Werbung

Immer mehr Rentner in Minijobs

137.000 sind über 74 Jahre alt / Linkenpolitikerin Zimmermann: die arbeiten »aus purer finanzieller Not« / ifo-Experte Nagl: freiwillige Motivation

Berlin. In Deutschland gehen immer mehr Menschen weiter arbeiten, obwohl sie das gesetzliche Rentenalter erreicht haben. Ende Juni 2013 gab es bundesweit 829.173 Minijobber, die mindestens 65 Jahre alt waren. Das waren knapp 36.000 mehr als ein Jahr zuvor und fast 270.000 mehr als 2003. Das geht aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor, über die die »Freie Presse« berichtete. Die Übersicht war von der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann angefordert worden. Der Statistik zufolge waren knapp 137.000 Minijobber älter als 74.

Nach Einschätzung von Zimmermann arbeiten die meisten der Betroffenen »nicht zum Spaß und Zeitvertreib weiter, sondern aus purer finanzieller Not.« Hingegen geht Arbeitsmarktexperte Wolfgang Nagl vom Dresdner ifo-Institut von einer freiwilligen Motivation der Senioren aus - und führt den Trend etwa auf die immer längere gesundheitliche Belastbarkeit der Arbeitnehmer zurück.

Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ab 65 steigt an. Die Statistik weist für 2013 dem Bericht zufolge 183 435 Beschäftigte in dieser Altersgruppe und damit knapp 19 000 mehr als 2012 aus. dpa/nd

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung