Werbung

»Ohne Mampf kein Kampf«

Zum G8-Gipfel Anfang Juni 2015 in Bayern wurden für geplante Polizeikräfte bereits 10 000 Hotelbetten reserviert - für Urlauber wird es eng

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Im Juni 2015 lädt Bundeskanzlerin Merkel zum G8-Gipfel in den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dabei werden so viele Polizisten im Einsatz sein, dass Urlauber wahrscheinlich kein Hotel finden.

München. Beim geplanten G8-Gipfel in Elmau steht der bayerischen Urlaubsregion Mittenwald ein gigantischer Polizeieinsatz bevor: Die Staatsregierung hat bereits 10 000 Hotelbetten für die Einsatzkräfte reservieren lassen, die das Treffen Anfang Juni 2015 bewachen sollen. Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags. Manche Polizisten werden sogar im benachbarten Tirol untergebracht.

Beim G 8-Gipfel in Heiligendamm in Mecklenburg-Vorpommern 2007 hatte es massive Proteste gegeben, zeitweise waren nach Herrmanns Angaben über 17 000 Polizisten im Einsatz. Da den Polizisten in Elmau möglicherweise anstrengende Einsätze bevorstehen, sollten sie auch nicht in Bruchbuden übernachten müssen, wie Herrmann betonte.

Hinweise auf geplante Krawalle gibt es aber bisher nicht, räumte der Innenminister ein. Auf ordentliche Verpflegung will er ebenfalls achten: »Ohne Mampf kein Kampf war schon immer unser gemeinsames Motto, lieber Herr Oberst Gantzer«, antwortete der CSU-Politiker auf eine entsprechende Frage des SPD-Abgeordneten und früheren Bundeswehroffiziers Peter Paul Gantzer. Die Streitkräfte sollen laut Bayerns Innenminister keine größere Rolle bei dem Gipfel spielen: »Es ist nicht vorgesehen, dass ein Gebirgsjäger die Straße nach Elmau bewacht«, sagte Herrmann.

Das Schlosshotel Elmau liegt vergleichsweise abgeschieden rund 100 Kilometer südlich von München in einem malerischen Alpental. Es wurde 1916 von dem Philosophen Johannes Müller für seine Leser erbaut. 2005 zog ein Großbrand das Gebäude schwer in Mitleidenschaft. Das Hotel in der Gemeinde Krün wurde 2007 von einem Enkel Müllers wieder aufgebaut und verfügt über knapp 130 Zimmer und Suiten. Schon vor zehn Jahren entstand ein Anbau mit Luxusappartements.

Schloss Elmau rühmt sich neben seinem hohen Erholungswert vor allem seiner »weltweit einzigartigen kulturellen Tradition mit einigen der größten Künstler und Autoren unserer Zeit«. Der Gebäudekomplex hat zwei Konzertsäle, wo im Jahr mehr als 150 Abende mit klassischer Musik und Jazz stattfinden. Noch dieses Jahr soll ein Erweiterungsbau eröffnen.

Anlässlich des G8-Gipfels soll rings um das Hotel der Sicherheitsbereich I eingerichtet werden, für den das Bundeskriminalamt zuständig ist. Im weiteren Umkreis wird es eine zweite Sicherheitszone geben, für die die bayerische Polizei zuständig sein wird.

Minister Herrmann will aber darauf achten, dass die polizeilichen Maßnahmen auf das »unbedingt Notwendige« beschränkt bleiben, um die Bürger möglichst wenig zu beeinträchtigen. Beeinträchtigt wird aber voraussichtlich der Urlaubsverkehr: »Dem Urlaubsheimkehrer vom Brennerpass ist an dem Wochenende sicher nicht zu empfehlen, die Abkürzung über den Brennerpass zu nehmen.« Wer den Gipfel ablehnt, so versicherte Hermann, soll friedlich protestieren können: »Die Demonstrationsfreiheit, die wird gewährleistet.«

Wie bereits in Heiligendamm wird es eine Flugverbotszone über Elmau geben, wobei das Schlosshotel recht nahe an der Einflugzone des Innsbrucker Flughafens liegt, wie Herrmann sagte.

Obwohl es somit von Tirols Hauptstadt und ihrem Flughafen nicht weit nach Elmau ist, müssen sich die Staatsgäste auf eine Landung am rund 120 Kilometer entfernten Flughafen München einstellen. Denn die Planung der Bundesregierung sieht für den deutschen G8-Gipfel keine Landung der Teilnehmer im benachbarten Österreich vor. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!