Das Dorf und das Gemetzel

Eine Ausstellung in Dietzhausen und der Erste Weltkrieg

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Im Ersten Weltkrieg wurden 17 Millionen Menschen umgebracht. Aus dem kleinen Thüringer Ort Dietzhausen bei Suhl waren 172 Männer ins »Feld« geschickt worden. 22 kamen nicht wieder. Ein Denkmal verherrlicht sie als »Helden«, doch ihre Namen sind längst von Regen und Wind ausgewaschen. Wer Opfer und Täter vergisst, macht neue möglich.

Wer mit Rudi Denner durch dessen thüringischen Heimatort Dietzhausen zieht, ist lange unterwegs. Dabei ist das Dorf, das inzwischen in die Stadt Suhl eingemeindet worden ist, weder so groß noch so bedeutend. Denner, dessen Familie seit 250 Jahren im Ort lebt, fällt zu dem einen Haus diese Geschichte ein, zu einem anderen jene. Er muss sie erzählen, gerade so, als wollte er sie so ganz schlau bewahren vor der Vergesslichkeit des so hastig gewordenen Alltags, in dem Menschen gemeinsam leben, ohne wirklich zusammen zu leben.

Denner trifft dort den einen, da die andere. Mit allen redet er in einer fast schon geheimen Sprache. Er nennt es Dialekt. Auch der wird langsam gelöscht. Was ihn ersetzt, ist verwechselbar.

Rudi Denner, inzwischen 75 Jahre alt, packt das Leben so fest er kann, hält fest, was er auf seinen...


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