Die Papierschlangengrube

Fritz J. Raddatz und seine Tagebücher 2002 - 2012

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

War er von einem Kunstwerk befeuert, wurde er schreibend zum tanzenden Stier; war er ergrimmt, wurde er urteilend zum Torero; meist war er beides zugleich, er kannte Liebe und Zorn nur als untrennbar zusammengesetztes Tätigkeitswort. Fritz J. Raddatz.

Das eben Gesagte möge mein unanfechtbares Bedürfnis beurkunden: Der Mann ist zu preisen. Raddatz, geboren 1932, jahrelang Feuilletonchef der »Zeit«, ist »ein Schriftsteller, der ein Leben lang in einer Zeitung arbeitete«. So Thomas Brasch. Der Freund. Die Biografien über Benn, Heine, Tucholsky besitzen den Atem des expressiven Erzählers; die »Zeit«-Interviews mit Künstlern und Intellektuellen gehören zum Besten der Gattung; diese Gespräche sind eine Hochform des geistvollen Dialogs, bleiben bestehen als packende internationale Gewissensforschung - in Windbruch und Wundbrand des 20. Jahrhunderts.

Bis 1958 war Raddatz Vize-Cheflektor in DDR-Verlag Volk und Welt, Berlin. Er fl...


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