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Götterdämmerung

WM-PORTRÄT

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 2 Min.

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»Hört auf, diesen Mann Navas zu nennen«, befahl Jorge Luis Pinto: »nennt ihn Gigant«. Den nicht ganz korrekten Ausflug ins Mystische ordnete Costa Ricas Trainer am Sonntagabend in Recife an, nachdem erstmals eine Mannschaft des kleinen Landes zwischen Karibik und Pazifik ein WM-Viertelfinale erreicht hatte. Und das, weil es Keylor Navas - im Unterschied zur griechischen Mythologie - eben geschafft hatte, die »Olympischen Götter« zu stürzen. Im Elfmeterschießen parierte der Torwart den Schuss des Hellenen Theofanis Gekas. Michael Umaña schickte dann als letzter Schütze der »Ticos« die Griechen heimwärts.

Überschwängliches Lob hat sich der 27-jährige Navas auf jeden Fall verdient. Mit Mario Balotelli, Andrea Pirlo, Wayne Rooney oder Steven Gerrard ließ er in Brasilien schon ganz andere Fußballikonen verzweifeln: In allen vier Partien wurde er bislang nur einmal aus dem Spiel heraus bezwungen; die Gruppengegner Italien und England sind längst zu Hause.

Götter stürzt man nicht einfach mal so. Navas’ akribische Vorbereitung verlangt Trainern und Betreuern viel ab. Wenn möglich, will der Torwart die Stärken jedes gegnerischen Angreifers per Video studieren. Bei seinem spanischen Verein UD Levante müssen es vor Spielen gegen Real Madrid oder Barça schon mal acht DVDs sein.

Der Aufwand aber lohnt sich: Navas ist in der vergangenen Saison zum besten Torwart der Primera División gewählt worden. Er hielt über 80 Prozent der Bälle, die auf sein Tor kamen. Bei der WM sind es bislang sogar 87,5 Prozent. Droht also in Salvador die nächste Götterdämmerung? Dort treffen die »Ticos« auf die Niederlande - und Navas auf Robben, van Persie & Co. Und auch in München droht Unheimliches: Der Gigant soll das Interesse des FC Bayern geweckt haben. Wenn das mal nicht den Titan erzürnt.

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