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Rätselraten um Löws Rochaden

Der Bundestrainer hält seine Taktik und die Aufstellung für das Viertelfinale gegen Frankreich unter Verschluss

  • Von Jens Mende, Klaus Bergmann und Christian Kunz, Rio de Janeiro
  • Lesedauer: 2 Min.
Die WM-Euphorie in Deutschland stockt. Mit dem Viertelfinale gegen Frankreich soll sich das ändern. Der Bundestrainer scheint zu Korrekturen bereit. Kapitän Lahm könnte wieder rechts verteidigen.

Finalchance oder raus! Die Konstellation für Joachim Löw und seine WM-Spieler ist fast die einzige Gewissheit vor dem Viertelfinale Deutschland kontra Frankreich. Ansonsten gibt es in Rio de Janeiro vor dem Duell am Freitag ein großes Rätselraten im und um das deutsche Nationalteam. »Keiner weiß genau, wie die Aufstellung aussehen wird. Das wird erst wieder am Spieltag der Fall sein«, sagte Offensivspieler André Schürrle.

Joachim Löw hält sich weitgehend bedeckt. Mit welcher Taktik? Mit welchem Personal? Mit Philipp Lahm wieder als Verteidiger? Mit einer zusätzlichen Offensivkraft? Löw lässt nur noch minimale Einblicke in das Innenleben der Nationalmannschaft zu. »Den Matchplan habe ich schon im Kopf. Ich weiß, es kann viel passieren. Wir tauschen uns ständig aus, diskutieren alle Möglichkeiten«, erklärte Löw, ohne Einzelheiten zu verraten.

Sein WM-Konzept wurde von den Fans in der Heimat und auch intern in der sportlichen Leitung des DFB-Teams kontrovers diskutiert - und wird weiter kritisch verfolgt. Dass der Trainer nach dem Zittersieg im Achtelfinale gegen Algerien nun doch noch einmal die Rolle von Kapitän Lahm durchdenkt, könnte gegen die wiedererstarkten Franzosen zu einer größeren Personalrochade in der Startelf führen.

Lahm als Stabilisator und zugleich Offensivantreiber rechts in die Vierer-Abwehrkette zurück, Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger wie bei der WM 2010 in Südafrika gemeinsam in der Mittelfeldzentrale - einige Stimmen aus dem Trainerstab und der Mannschaft deuten auf diesen Sinneswandel bei Löw hin. Dazu Schürrle von Beginn an - zumindest eine denkbare Variante im Maracanã.

»Ich habe vor dem Turnier gesagt, Philipp spielt im Mittelfeld. Wenn es eine Situation gibt, wo man das ändern muss, dann wird das auch so gemacht. Das hab ich am Anfang mit ihm so besprochen«, erklärte Löw zur heiß debattierten Lahm-Frage. »Gegen Algerien war es natürlich erforderlich. Was die Mannschaft braucht, wird gemacht«, sagte der Bundestrainer. Gegen Algerien hatte Assistent Flick schon intensiv mit Löw diskutiert, bevor nach dem Ausfall von Shkodran Mustafi der Kapitän nach hinten versetzt wurde.

Löws Selbstbewusstsein ist nach außen hin ungebrochen. »Ich weiß, dass unsere Mannschaft stark ist. Wir haben keine Angst«, betonte er nochmals vor dem Viertelfinale. dpa/nd

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