Werbung

Die Geister, die er rief

Mehdorn wird kritischen Leiter der Liegenschaftsverwaltung nicht los / 40Prozent der Berliner für Baustopp am BER

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Für den Chef des Hauptstadtflughafens ist dieser Mann ein rotes Tuch: Seine deutliche Kritik trug Harald Siegle die Kündigung ein. Die Sache ist für Hartmut Mehdorn aber nicht so einfach wie gedacht.

BER-Chef Hartmut Mehdorn hat Probleme, einen nicht mehr erwünschten leitenden Mitarbeiter loszuwerden. Der Bereichsleiter Harald Siegle hatte nach seitenlanger Kritik in einem Brief an Mehdorn und Mitglieder des Flughafen-Aufsichtsrates Anfang April die fristlose Kündigung erhalten. Siegle zog anschließend vor das Arbeitsgericht. Wie sein Anwalt Hans-Georg Meier sagte, bestehen die Juristen des neuen Hauptstadt-Airports inzwischen nicht mehr auf der fristlosen Kündigung und versuchen nun, Siegle zum Jahresende zu entlassen.

Als Leiter der Liegenschaftsverwaltung (Real Estate) des Flughafens hatte Siegle in dem Brief von Ende März die Abläufe im Unternehmen kritisiert und gewarnt, dass eine Eröffnung des Flughafens 2016 gefährdet sei. Dafür machte er auch Mehdorn verantwortlich.

Nach Schreiben des Flughafens und seiner Anwälte, die der dpa vorliegen, gibt es möglicherweise Schwierigkeiten mit der Begründung für den Rauswurf. Mehdorn hatte Siegle im April vorgeworfen, seinen Brief auch an die Presse weitergegeben und so das Vertrauensverhältnis zerstört zu haben. Seit Juni versucht der Flughafen es nun mit einer betriebsbedingten Kündigung zum Jahresende. Im August gibt es dazu einen Verhandlungstermin am Arbeitsgericht. »Wir sehen uns zu diesem Schritt aufgrund der Auflösung des Bereichs Real Estate Management gezwungen«, erklärte Mehdorn zur Begründung. Siegle habe es abgelehnt, stattdessen das Projektmanagement für den Weiterbetrieb des alten Flughafens Schönefeld zu übernehmen.

Siegle bleibt aber suspendiert und hat Hausverbot am Flughafen. Das Verhältnis zu Mehdorn ist derart zerrüttet, dass der Geschäftsführer Mitte April den Flughafen-Ausschuss im Potsdamer Landtag verließ, als er Siegle im Publikum erblickte.

Unterdessen geht der Flughafen offenbar immer mehr Berlinern derart auf die Nerven, dass sie seinen Weiterbau ablehnen. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Berliner Piratenfraktion meinen immerhin 40 Prozent, man sollte über einen Baustopp nachdenken oder nach anderen Lösungen suchen. 56 Prozent der Befragten sprachen sich für den Weiterbau aus. Besonders groß war die Ablehnung unter den 18- bis 29-jährigen, von denen sich sogar eine knappe Mehrheit für den Baustopp aussprach. Auch unter den Piraten- und LINKEN-Anhängern würde ein Großteil das Projekt gern beenden. dpa/bka

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!