Der tägliche Kampf gegen den Schmerz

Die Tour de France von hinten: Geschichten vom Überleben am Ende des Pelotons

  • Von Tom Mustroph, Oyonnax
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Die Tour de France besteht aus vielen einzelnen Rennen. Meist wird nur über die Jagd an der Spitze berichtet. Aber gerade auch der Wettkampf hinten hält viele dramatische Momente bereit.

In Oyonnax, Zielort der 11. Etappe, waren alle Augen schon auf die Siegerzeremonie gerichtet. Da ereilte Toursprecher Daniel Mangeas ein Geistesblitz. Er unterbrach die Übergabe des Gelben Trikots an den Italiener Vincenzo Nibali mit dem Hinweis, dass sich noch ein Radprofi auf der Strecke befand. Er forderte die Zuschauer auf, Andrew Talansky bei seinem verzweifelten Ritt gegen das Zeitlimit zu unterstützen. Der Amerikaner rollte nun auf einer Beifallswoge dem Ziel entgegen. Und selbst einige der niemals zu erschütternden, muskelbepackten Männer in den blauen Overalls des Veranstaltungsausstatters »Groupe Doublet«, die längst auf den Startschuss warteten, eilends Werbebanden und Barrieren von der Strecke zu räumen, um die Straßen dem Verkehr zurückzugeben, bedachten Talansky mit Zurufen.

Dem Garminprofi gelang das Unterfangen. Knapp unterhalb des Rückstands, der den Ausschluss von der Tour de France bedeutete, überquerte er d...


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