Das ist purer Hass - und niederträchtig

Rafael Seligmann über Judenhass, ahistorische Vergleiche und fatale Schuldzuweisungen

Rafael Seligmann, 1947 in Tel Aviv geboren, studierte Politikwissenschaft und Geschichte in München und Tel Aviv und promovierte 1982 über »Israels Sicherheitspolitik«. Der streitbare Essayist, Schriftsteller (u. a. »Rubinsteins Versteigerung«, »Die jiddische Mamme«, »Der Musterjude«, »Der Milchmann«) und Sachbuchautor (»Hitler. Die Deutschen und ihr Führer«) gibt seit 2012 die vierteljährlich erscheinende Zeitung »The Jewish Voice from Germany« heraus, die in seiner Berliner Wohnung produziert wird. Mit Rafael Seligmann sprach Karlen Vesper.

nd: Herr Seligmann, beunruhigen Sie die derzeitigen pro-palästinensischen Demonstrationen in Deutschland, die einen sehr scharfen Ton gegen Israel anschlagen?
Seligmann: Das ist kein scharfer Ton, das ist purer Hass und teilweise Vernichtungswille. Wenn jemand wortwörtlich äußert, man müsse »die Juden« auslöschen oder »Juden ins Gas« schreit, dann ist der Rubikon überschritten. Ich habe nichts gegen Schärfe, aber hier artikulieren sich offener Hass und Antisemitismus. Wohin das führen kann, das wissen wir. Selbstverständlich beunruhigt mich das. Ich wäre genauso beunruhigt, wenn es solche hasserfüllten Demonstrationen gegen Sinti und Roma oder sexuelle Minderheiten gäbe. Aber das traut sich niemand in unserem Land - zumindest vorläufig nicht.

Demonstrationen, bei denen man von vornherein in Kauf nimmt, dass es zu Gewalt- und zu Hassausbrüchen kommt, haben keinerlei Legitimation in einer Demokratie. Unser Demonstrationsrecht ...


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