Zu Hause im Feindesland

Wie die Drusen Sweidas sich trotz Syrienkrieges behaupten

  • Von Karin Leukefeld, Sweida
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Das Land der Drusen verändert sich im Syrienkrieg. Moscheen werden gebaut, Kontrollpunkte errichtet und viele verlieren ihr Zuhause.

»Einen Moment bitte, ich muss hören, was dort gesagt wird.« Schafik Hamze unterbricht das Gespräch und öffnet das Fenster. Durch das Wohnviertel fährt ein Lautsprecherwagen und wiederholt eine Ansage. Die Bevölkerung wird über den Tod von vier jungen Männern informiert, sagt die scheppernde Stimme durch die alte Anlage. Sie seien im Kampf für die Heimat gefallen, die Bewohner von Sweida, insbesondere diejenigen, die sie gekannt hätten, sollten kommen und ihnen die letzte Ehre erweisen. Dann werden die Namen genannt, die Beerdigung soll am Nachmittag stattfinden. »Ich werde dort hingehen«, sagt Herr Hamze und schließt das Fenster. »Einer der Toten gehörte zu unserer Familie.«

Schafik Hamze ist der Älteste einer angesehenen Drusenfamilie, die im 18. Jahrhundert aus Libanon kam und sich in Sweida ansiedelte. Seine Vorfahren bestellten das Land um den kleinen Ort Era, der nur wenige Kilometer von der Grenze zur Provinz Deraa entfe...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.