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Avigan als Lebensretter?

Japanisches Medikament soll im Kampf gegen Ebola helfen

  • Von Susanne Steffen, Tokio
  • Lesedauer: 3 Min.

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Japan bietet ein möglicherweise lebensrettenden Medikaments gegen Ebola an. Das Grippemittel Avigan soll bei Tieren gegen Ebola helfen. Außerdem gibt es genügend Dosen, um alle Infizierten zu behandeln.

Die Wirksamkeit von Avigan ist noch nicht bewiesen. Doch im Gegensatz zu anderen Ebola-Mitteln ist das Grippemittel auf Verträglichkeit für den Menschen getestet. Da die Weltgesundheitsorganisation WHO den Einsatz von unerprobten Medikamenten im Kampf gegen den schlimmsten Ebola-Ausbruch der Geschichte für ethisch vertretbar erklärt hat, wird Japan Avigan der WHO und einzelnen Staaten jederzeit auf Anfrage zur Verfügung stellen. Das erklärte Regierungssprecher Yoshihide Suga. Das Gesundheitsministerium teilte unterdessen mit, es habe bereits mehrere Anfragen erhalten.

Ursprünglich wurde Avigan als Grippemittel entwickelt und ist in Japan seit März zugelassen. Im Gegensatz zu gängigen Influenzamedikamenten verhindert Avigan die Genreplikation der Viren in den infizierten Zellen. So kann sich das Virus nicht weiter im Körper ausbreiten. Influenza- und Ebolaviren gehörten zur gleichen Klasse von Erregern, so dass man davon ausgehen könne, dass sie auch ähnlich auf Avigan ansprechen, teilte der japanische Fujifilm-Konzern mit, zu dem auch die Herstellerfirma Toyama Chemicals gehört. Mehrere Wissenschaftler hätten Arbeiten veröffentlicht, die gezeigt haben, dass Avigan das Ebola-Virus in Tieren reduziert, erklärte das Unternehmen. Fujifilm plane in Kürze eigene Tierversuche für den Einsatz bei Ebola.

Momentan gibt es weder eine Impfung noch eine wirksame Therapie gegen Ebola. In den am schlimmsten betroffenen Ländern Guinea, Sierra Leona, Liberia und Nigeria sind mehr als 2600 Menschen erkrankt. Die Infizierten leiden an Fieber, Durchfall und später an inneren und äußeren Blutungen. Während bei früheren Ausbrüchen bis zu 90 Prozent der Betroffenen starben, schätzen Experten das Sterberisiko bei der gegenwärtigen Epidemie auf etwa 60 Prozent.

In jüngster Zeit erregte der experimentelle Antikörpercocktail Zmapp Aufsehen, nachdem zwei US-Entwicklungshelfer, die in den USA mit dem Medikament behandelt wurden, als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Ein spanischer Missionar und ein liberianischer Arzt, die auch mit Zmapp behandelt wurden, erlagen jedoch der Seuche.

Noch sei unklar, ob Zmapp, das das Immunsystem im Kampf gegen die Infektion unterstützen soll, tatsächlich Wirkung zeige, warnen Virologen. Gleichzeitig berge der Einsatz Gefahren. Das Medikament sei zwar in Tierversuchen erfolgreich, wurde aber noch nie an Menschen getestet.

Mittlerweile seien die wenigen verfügbaren Dosen des Medikaments in Westafrika, teilte die US-Herstellerfirma Mapp Biopharmaceutical mit. Dort ist inzwischen eine ethische Debatte entbrannt über die Frage, welche Patienten für die experimentelle Therapie ausgewählt werden.

Avigan würde zumindest das Verteilungsproblem lösen. Fujifilm habe ausreichende Mengen für die Behandlung von mehr als 20 000 Menschen vorrätig, so das Unternehmen. »Sollte die WHO dies wünschen, sind wir jederzeit bereit, mit der dauerhaften Produktion zu beginnen«, zitierte die Wirtschaftszeitung »Nikkei« einen Unternehmenssprecher.

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