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Liebe, Wut und Skepsis

20 Jahre Demokratie in Südafrika - Festival im Haus der Kulturen

Die südafrikanische Republik feiert den 20. Jahrestag ihrer ersten demokratischen Wahlen - 1994 wurde dort zum ersten Mal frei gewählt. Davor herrschten Rassismus und Apartheid. Doch die alten Wunden, der Rassenhass, die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich und autoritäre behördliche Willkür, die in brutalen Übergriffen der staatlichen Ordnungshüter gipfeln kann, machen dieser jungen Demokratie zu schaffen. Über 20 geladene Teilnehmer unterschiedlicher Generationen kommen zu diesen Problemen an vier Tagen in Gesprächen, Lesungen, Filmen und Konzerten zu Wort. Wer sich zum Beispiel für die Infrastruktur Südafrikas interessiert, sollte das Symposium »Zumutungen und Versprechungen der Demokratie« besuchen, bzw. auch die nachfolgenden Veranstaltungen dieses Tages.

Die bekannteste südafrikanische Dichterin ist Antjie Krog. Die Apartheidsgegnerin erregte schon als reimende Schülerin den Unwillen des damaligen Rassistenregimes. Später gab sie das unabhängige Magazin »Die Suid-Afrikaan« und neun Lyrikbände heraus. In Berlin wird sie aus dem Zyklus: »Belonging to the Voices Who Live in It«, in Africaans, Englisch und Ixam lesen. Liebe, Wut und Skepsis für ihr Heimatland sind ihre Themen.

Aus den acht gezeigten Filmen stechen zwei Dokumentarfilme heraus. »Miners Shot Down« (»Kumpel erschossen«) schildert das Massaker von Marikana, bei dem 34 streikende Bergarbeiter im Kugelhagel der Polizei starben. In »Nelson Madela: The Myth & Me« hinterfragt der preisgekrönte Regisseur Khalo Matabane, ob die Politik der Aussöhnung von Mandela nicht zu weit ging. Bereits am 10.4. dieses Jahres für Abonnenten des Arte-Magazins und Journalisten unter dem Titel »Madiba - Das Vermächtnis des Nelson Mandela« im Haus der Kulturen der Welt gezeigt, flimmerte der Streifen einige Male durch das Arte-Abendprogramm. Eine neuerliche Ausstrahlung ist laut Senderangaben derzeit nicht in Sicht, der Besuch des sehenswerten Films daher zu empfehlen. Ein Buch gleichen Titels ist ebenfalls auf dem Markt.

Er ist das bekannteste musikalische Markenzeichen Südafrikas: Hugh Masekela. Seinen 75. Geburtstag feierte der Jazztrompeter in diesem Jahr. Nach den Grußworten des Eröffnungsabends, u.a. von Außenminister Frank Walter Steinmeier und Makhenkesi Arnold Stofile, Botschafter der Republik Südafrika, und einem Empfang mit südafrikanischen Weinen, wird Masekela ein Konzert geben. Völlig andere Musik wird Nozinja zwei Abende später anbieten, für die er selbst den Ausdruck »Shangaan Electro« erfand. An den Plattentellern mischt er lokalafrikanische Tänze mit House oder Disco.

Es bleibt unverständlich, dass versäumt wurde, Südafrikas besten und ältesten Schlagzeuger, nämlich Louis Moholo, nach Berlin zu bitten, der als letzter Überlebender von Chris McGregor´s Blue Notes bereits seit 1964 im selbstgewählten Exil lebt.

28.- 31.8. Haus der Kulturen der Welt; www.hkw.de

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