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Käufer für den Potsdamer Kreml gesucht

22 Jahre lang hat der Brandenburger Landtag auf dem Brauhausberg residiert. Nach dessen Umzug ins Schloss kann nun für den »Kreml« geboten werden.

Das alte Landtagsgebäude auf dem Potsdamer Brauhausberg wird im September zum Verkauf ausgeschrieben. Finanzminister Christian Görke (LINKE) sagte am Mittwoch, er rechne mit zahlreichen Interessenten für die Immobilie. »Bei unserer Entscheidung für einen Käufer wird letztlich das beste Konzept, natürlich im Kontext mit dem Preis, im Mittelpunkt stehen«, sagte Görke. Der Landtag war im Dezember 2013 in das als Parlamentssitz neu erbaute Stadtschlosses gezogen.

Die denkmalgeschützte Fassade des von alteingesessenen Potsdamern »Kreml« genannten Klinkerbaus muss erhalten werden. Das Konzept mit der Stadt sieht in dem Gebäude und auf dem 25 000 Quadratmeter großen Gelände eine gemischte Nutzung von Wissenschaft und Forschung, wissenschaftsnahem Gewerbe, Hotelbetrieb und Wohnungen vor. Hinter dem alten Landtag plant das Land Erweiterungsbauten für den Wissenschaftspark auf dem Telegrafenberg und das Geoforschungszentrum. Die Verhandlungen mit potenziellen Investoren sollen 2015 beginnen.

Görke startete am Mittwoch auch die Verteilung des Inventars des alten Landtags an Vereine und öffentliche Einrichtungen. Dazu gehören neben Büromöbeln auch Küchentheken aus der Kantine. Darum hatten sich 40 Vereine und Bildungseinrichtungen aus ganz Brandenburg beworben. Die ersten Stücke gingen an die Potsdamer Beratungsstelle für Suchtkranke der Arbeiterwohlfahrt.

Der Gebäudekomplex war von 1899 bis 1902 als Sitz der Königlich-Preußischen Kriegsschule erbaut worden. Nach dem Verbot der Kriegsschulen durch den Versailler Vertrag dienten die Bauten von 1919 bis 1945 als Reichs- und Heeresarchiv. Bis 1948 durch die sowjetische Militäradministration genutzt, bezog 1949 die Landesleitung Brandenburg der SED und dann ab 1952 bis 1990 die SED-Bezirksleitung Potsdam das Ensemble auf dem Brauhausberg. Aus dieser Zeit stammt auch die spöttische Bezeichnung »Kreml«. Letzter Nutzer war ab 1991 der Landtag, der 2013 in das Stadtschloss umgezogen ist. dpa/thm

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