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Jugendliche greifen Flüchtlingsheim in Apolda an

Mutmaßliche Rechtsradikale dringen in Asylbewerberheim ein und randalieren / Rechtsextreme Parolen wurden gerufen

In der Nähe von Erfurt haben Jugendliche eine Flüchtlingsunterkunft angegriffen und rechtsradikale Parolen gerufen. Der Angriff reiht sich ein in eine Welle der rechtsradikalen Gewalt gegen Flüchtlinge.

Apolda. Drei angetrunkene mutmaßliche Rechtsradikale sind in der Nacht zum Samstag in ein Asylbewerberheim in Apolda eingedrungen. Sie randalierten in der Küche und warfen einen Elektroherd um, wie die Polizei in Erfurt mitteilte. Außgererdem riefen sie rechtsextreme Parolen. Flüchtlinge kamen den Angaben zufolge nicht zu Schaden. Die polizeibekannten Männer im Alter von 21 und 25 Jahren wurden festgenommen, sind aber inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Auch in Sangerhausen ist am Mittwoch zum zweiten Mal ein Asylbewerberheim innerhalb weniger Tage angegriffen worden. Zwei Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahre sowie ein 13-jähriges Kind wurden als Tatverdächtige ermittelt, wie die Polizei in Halle mitteilte. Sie sollen mehrere kleine Kieselsteine und ein rohes Ei durch ein offenes Fenster in der ersten Etage des Gebäude geworfen haben. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.

Bereits zwischen Montagnachmittag und Dienstagvormittag hatten Unbekannte versucht, im Eingangsbereich des Heims einen Brand zu legen. Ein Möbelstück wurde dabei leicht beschädigt. Zudem hinterließen die Täter an den Wänden ausländerfeindliche Sprüche. Hinweise auf die Urheber gab es zunächst nicht. Die Polizei verstärkte indes die Streifentätigkeit an dem Heim. In dem Mehrfamilienhaus, das von einem Verein betrieben wird, leben rund 70 Ausländer.

Auch in Berlin könnte es am Sonntag zu Unruhen kommen, wenn Rechtsradikale in Friedrichshain auf den Protest der Flüchtlinge in der Gürtelstraße treffen. Die Rechtsradikalen haben für 12.00 Uhr eine Kundgebung angekündigt, die an dem besetztem Hostel vorbeiführen soll. Unterstützer der Geflüchteten wollen der Gruppe allerdings entschlossen entgegentreten. dpa/nd

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