Armut macht krank

Sozialminister Baaske verurteilt auf Konferenz in Potsdam die Entsolidarisierung in der Gesellschaft

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Über das Wechselverhältnis von Armut und Krankheit tauschten sich am Dienstag in Potsdam die 130 Teilnehmer der Armutskonferenz Brandenburg aus.

Obwohl das heutige Rentensystem den Alten im Durchschnitt ein Leben nur wenig über dem Sozialhilfeniveau ermöglicht, gelten Rentner nicht als in großen Stil von Armut betroffen. Das werde sich ändern, erklärte der Sozialwissenschaftler Stefan Pospiech auf der Konferenz. Aufgrund der für die Rentenberechnung zu berücksichtigenden Zeiten der Arbeitslosigkeit sei künftig mit deutlich höherer Altersarmut zu rechnen. Derzeit gelten 14,6 Prozent der Menschen in Brandenburg als arm, doch müssten fast 20 Prozent aller Kinder in armen Haushalten aufwachsen. Das im Vergleich zu Westdeutschland traditionell hohe Qualifikationsniveau in den neuen Ländern habe bisher Schlimmeres verhütet, aber der Vorsprung schmelze, betonte der Wissenschaftler. Waren vor zehn Jahren 9,5 Prozent der jungen Brandenburger nur gering qualifiziert, stieg der Anteil auf aktuell 11,5 Prozent. Und das, obwohl es heute viel weniger Nachwuchs gibt.

Das Armutserlebn...


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