Endlich wieder kritisches Theater!

Über das Verschwinden der Arbeiterklasse von den Bühnen der Republik. Eine Polemik.

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Du schreibst über Theater? Da würde ich auch gern öfter hin, aber meistens verstehe ich überhaupt nicht, was diese neuen Stücke mir sagen wollen.« Ein Satz, den besonders häufig jene äußern, die sich jenseits des hochkulturellen Mikrokosmos bewegen. Sie verbinden mit dem deutschen Theater nicht eine Form der unterhaltenden Kunst, an der man sich erfreuen, sich reiben, an der man bisweilen sogar menschlich wachsen kann. Für sie ist zeitgenössisches Theater nichts als eine ebenso selbstreferenzielle wie pseudoprovokante Aneinanderreihung wirrer Performance-Kunstschnipsel. Und dieser Eindruck, so meine ich, ist keineswegs falsch.

Tatsächlich geht ein Gespenst um in der Kulturszene - das Gespenst der Postmoderne, dessen Wesen sich zunehmend ausbreitet auf den Brettern, die die (immer komplexer werdende) Welt bedeuten. Förderbepreiste Nachwuchsautoren und hippe Jungregisseure verweigern sich parteiischen Bewertungen der Zeitläufte ...

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