Indiens »Coalgate« vor dem Abschluss

Viele Jahre lang wurden Kohleförderlizenzen über Seilschaften zu billig an Firmen vergeben - Richter entscheiden über Lizenzentzug

  • Von Thomas Berger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Skandal um die illegale Vergabe von mehr als 200 Lizenzen zur Kohleförderung zieht immer weitere Kreise. Auch der Chef der Ermittlungsbehörde CBI soll verstrickt sein.

Umgerechnet 207 Milliarden Dollar an entgangenen Einnahmen für den indischen Staat - auf diesen Wert schätzt der Rechnungshof die Negativfolgen der Praxis, dass lukrative Kohleförderlizenzen auf dem Subkontinent jahrelang nicht in üblichen Ausschreibungs- und Versteigerungsverfahren vergeben wurden, sondern über Seilschaften in undurchsichtiger Weise durch eine Kommission an private und staatliche Firmen. Die Summe beruht auf eher konservativen Hochrechnungen. Der indische Rechnungshof hatte schon 2012 in seinen Untersuchungen das Ausmaß des Skandals aufgedeckt, der als »Coalgate« bezeichnet wird. Inzwischen beschäftigen sich die obersten Richter des Landes mit der Angelegenheit.

Konkret geht es um 218 Lizenzen, deren Vergabe im Zeitraum 1993 bis 2009 erfolgte. Die Bodenschätze umfassen circa 33 Milliarden Tonnen Kohle und 155 Minen. Zwar waren in dieser Zeitspanne in Delhi verschiedene politische Kräfte am Ruder, am stärksten...


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