Geisternetze zu Socken

Suche nach verlorenen Fangausrüstungen in der Ostsee läuft - Fischer sollen Verlust melden

  • Von Martina Rathke, Sassnitz
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In der Ostsee bergen Taucher sogenannte Geisternetze aus Kunststoff. Diese sind gefährlich für die Meeresumwelt und den Menschen, könnten aber zu neuen Produkten recycelt werden.

Über den Sprechfunk dringen die Atemgeräusche von Taucher Jochen Firzlaff (35) an Bord der »Seefuchs«. »Weiter durchholen«, dirigiert der Taucher aus 16 Metern Tiefe über Sprechfunk die Männer an der Winde des Bergungsschiffs. Quietschend und Meter für Meter ziehen sie das Stahlseil über die Rolle, bis sich am Haken ein Klumpen Netz zeigt - samt alter Schiffslampe und eines hängen gebliebenen Blinkers eines Dorschanglers.

Im November 1973 sank der Fischkutter »Friedrich Engels« rund vier Seemeilen vor Sassnitz. »Das Schiff lag in stürmischer See quer zur Welle, war bis zur Oberkante beladen«, berichtet der Unterwasserarchäologe und Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums, Thomas Förster. Seitdem gilt das Wrack anderen Fischern als Hindernis. Mindestens vier Schleppnetze haben sich seit dem Untergang an dem Kutter verfangen.

Für Meeresbiologen und Umweltschützer sind die Kunststoffnetze, wie sie seit rund 40 Jahren fläche...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.