Antifeministischer Kreuzzug

Radikale Abtreibungsgegner vereinen CDU, AfD und Neue Rechte

  • Von Paul Liszt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Christliche Fundamentalisten finden in Deutschland immer mehr Anhänger. Viele setzen Hoffnungen in die »Alternative für Deutschland«, die den Paragraf 218 verschärfen will.

Sie sind die jährlichen Großveranstaltungen einer Bewegung, die sich selbst »Lebensschützer« nennt: die Demonstrationen für das Verbot von Abtreibungen. Sie finden in München und Münster oder im Erzgebirge statt, der größte »Marsch für das Leben« jedoch an diesem Sonnabend in Berlin. Bis zu 4000 Teilnehmer waren im vergangenen Jahr in der Hauptstadt unterwegs, Männer, Frauen, Familien mit behinderten Kindern. Sie waren mit Bussen aus der ganzen Republik und aus dem benachbarten Polen angereist. Organisator ist der »Bundesverband Lebensrecht«, eine Dachorganisation von 13 der insgesamt 60 expliziten »Lebensschutz«-Gruppen in Deutschland.

Die Historie der Berliner Demonstration reicht bis zum Anfang der 2000er Jahre zurück. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt trugen damals ein paar Hundert »Lebensschützer« weiße Holzkreuze schweigend durch die Innenstadt. »1000 Kreuze Marsch« nannten sie ihren Zug, mit dem sie an die nac...

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