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Entwurf für Olympiagedenkstätte in München vorgestellt

Einschnitt in Olympiapark soll an Olympia-Attentat von 1972 erinnern / Mossad-Agent, der die Attentäter jagte, in Tel Aviv gestorben

Im Herbst 2016 soll der Bau im Münchner Olypiapark fertiggestellt werden und an das Attentat von 1972 erinnern. Den elf getöteten israelischen Sportlern soll an dem Erinnerungsort ein Gesicht gegeben werden.

München. Ein tiefer Einschnitt in den Münchner Olympiapark soll künftig an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 erinnern. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) präsentierte am Montag den Gewinner-Entwurf eines Architektenwettbewerbs für eine Gedenkstätte. Ein bayerisches Architektenbüro bekam den Zuschlag für die Idee, einen Schnitt durch einen Hügel im Park zu ziehen. Unter der Kuppe soll dann ein Erinnerungsort entstehen, der den elf israelischen Sportlern ein Gesicht gibt, die bei dem brutalen Überfall von palästinensischen Terroristen des »Schwarzen September« auf die israelische Olympiamannschaft ums Leben kamen.

Der Einschnitt in die Parklandschaft symbolisiere die schreckliche Tat, sagte die Jury-Vorsitzende Barbara Holzer. Es werde nichts hinzugefügt, sondern etwas weggenommen - wie auch bei dem Anschlag, der die elf Sportler, einen bayerischen Polizisten und fünf der Terroristen das Leben kostete. Auf rund 1,7 Millionen Euro werden die Kosten für den Erinnerungspavillon geschätzt. Im Herbst 2016 soll der Bau fertig sein.

Zugleich wurde bekannt, dass der Mossad-Agent Michael Harari, der die Attentäter der Olympischen Spiele in München 1972 jagte, im Alter von 87 Jahren in Tel Aviv gestorben ist. Harari hatte unter anderem die Kidon-Einheit gegründet, die an umstrittenen Tötungseinsätzen im Ausland beteiligt war. Auf der Jagd nach den palästinensischen Attentätern von München soll Harari 1973 persönlich die Ermordung des Marokkaners Ahmed Bouchiki in Norwegen geleitet haben. Israelische Agenten hatten den Kellner als angeblichen Terroristen vor den Augen seiner schwangeren Frau in Lillehammer erschossen. Er wurde Opfer einer Verwechslung, wie Israel später einräumte. Ali Hassan Salame, der wahre Gründer der Terrorgruppe »Schwarzer September«, wurde erst 1979 in Beirut getötet.

1976 war Harari nach Medienberichten an der Befreiungsaktion von Geiseln beteiligt, die deutsche und palästinensische Terroristen an Bord einer Air-France-Maschine nach Entebbe in Uganda entführt hatten. Harari schreckte nicht vor umstrittenen Geschäften zurück: Dem panamesischen Diktator General Manuel Noriega half er etwa beim Aufbau und der Ausbildung seiner Leibgarde. Nach dessen Sturz 1989 floh der Mossad-Agent nach Israel. dpa/nd

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