Picker und Packer

Ein Streiktag im Rheinland: Wie ver.di Amazon in die Knie zwingen will

  • Von Jörg Meyer, Rheinberg
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Seit Montag wird in den Verteilzentren des Online-Handelsriesen Amazon wieder gestreikt. Die Beschäftigten wollen nach Bedingungen des Einzelhandels bezahlt werden. Amazon lehnte das ab.

Es ist noch dunkel in Rheinberg, kein Vogel zwitschert. Hinter einem riesigen Parkplatz ragt der charakteristische gelbe Turm in den Nachthimmel. »Amazon« steht darauf - der Haupteingang zu dem 110 000 Quadratmeter großen Gebäude dahinter. Hier in der nordrhein-westfälischen Stadt mit ihren rund 30 000 Einwohnern befindet sich eines der neun Verteilzentren des Online-Versandhändlers, der gerne ein Logistiker sein möchte. Direkt daneben eine Niederlassung des Paketdienstleisters DHL. Praktisch.

Vor dem Haupttor mit seinen körperhohen Drehkreuzen herrscht reges Treiben. Die Hauptamtlichen von ver.di, Betriebsräte und Beschäftigte stehen um ein rotes, offenes Streikzelt. Unter dem Plastedach zwei Tapeziertische, darauf Flugblätter, Protestutensilien und Mitgliedserklärungen. Immer mehr Autos kommen auf dem Parkplatz an, zwischen fünf und halb sechs trudelt die Frühschicht ein. Die Kolleginnen werden begrüßt von den Aktiven, die i...

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