Angleichung im Schneckentempo

Bericht zur deutschen Einheit: Osten leidet unter Bevölkerungsverlust und Arbeitslosigkeit

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Bundesregierung hat verkündet, dass sich die Lebensqualität in Ost und West weitgehend angeglichen habe. Die Zahlen aus ihrem eigenen Bericht legen jedoch eine andere Schlussfolgerung nahe.

Die Bundesregierung nimmt ihren »Jahresbericht zum Stand der deutschen Einheit« in der Regel zum Anlass, vor allem gute Nachrichten über die Entwicklung der ostdeutschen Bundesländer zu verbreiten. Danach sah es zunächst auch am Mittwoch aus, als Iris Gleicke (SPD), seit Januar dieses Jahres neue Ostbeauftragte der Großen Koalition, ihren Auftritt in der Berliner Bundespressekonferenz mit den vermeintlich guten Nachrichten begann. Die parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium sprach von einer insgesamt »erfreulichen Bilanz«, musste später aber einräumen, dass es auch eine ganze Reihe »großer Aber« gebe. So hat sich das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner im Osten zwar mehr als verdoppelt, aber es beträgt erst rund zwei Drittel des Niveaus der alten Länder. Auch die offiziellen Arbeitslosenzahlen können nicht optimistisch stimmen. Zwar ist die Quote niedriger als noch vor einigen Jahren, aber auch hier gibt es einen U...

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