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Denn wir stammen ja aus dem Unrechtsregime

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Berlin. »Letztes aus der DaDaeR« hieß eine Clownsrevue von und mit Hans-Eckardt Wenzel und Steffen Mensching über die Wendezeit 1989/90. Wenzel formulierte später, was aus den Bürgern dieser DaDaeR im nächsten System wurde - je nach alter Verstrickung und neuer Ellenbogenfreiheit. »Vielleicht wird uns dereinst verzieh’n! Denn wir stammen ja aus dem Unrechtsregime!« heißt es trotzig-selbstironisch in dem Lied »Klassentreffen«.

Der Begriff Unrechtsregime, im politischen Sprachgebrauch gern auch Unrechtsstaat - unter Historikern und Juristen umstritten -, macht gerade wieder Schlagzeilen. Am Dienstagabend verständigten sich LINKE, SPD und Grüne in Thüringen auf Thesen zur DDR-Geschichte, die in die Präambel eines rot-rot-grünen Koalitionsvertrages einfließen könnten. Weil es keine freien Wahlen gab und »jedes Recht und Gerechtigkeit für diejenigen verloren waren, die sich nicht systemkonform verhielten, war die DDR in der Konsequenz ein Unrechtsstaat«, lautet eine Kernaussage. Auch dies: Letztes aus der DaDaeR.

Wie es den Ostdeutschen im nächsten System geht, wurde am Mittwoch bilanziert. Der Osten hinkt bei Wirtschaftskraft, Steueraufkommen und Beschäftigung weit hinterher, meldete die Bundesregierung im Bericht zum Stand der Deutschen Einheit. Und dennoch: Die Ostdeutschen sehen die Einheit viel positiver als die Westdeutschen.

An diesem Donnerstag spricht Hans-Eckardt Wenzel auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt über Musik und Politik in der DDR der 1980er Jahre (nd-Gebäude am Berliner Franz-Mehring-Platz, 18 Uhr). Titel der Veranstaltung, 25 Jahre nach der Wende: »Erinnerung und Vergessen«. Denn: Wir stammen ja aus dem Unrechtsregime! wh

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