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Seit Oktober 91 000 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet

499 Leichen seit Beginn von Operation »Mare Nostrum« von der italienischen Marine 2013 geborgen / Flüchtlingsorganisationen befürchten noch rigidere Abschottung durch »Frontex Plus«

Das Mittelmeer wird für immer mehr Flüchtlinge zum Grab - auch wenn die italienische Marine seit zwei Schiffsunglücken vor Lampedusa eine Rettungsaktion startete. Ab November beginnt die EU-Nachfolgemission »Frontex Plus«.

Rom. Italien hat seit Beginn der Rettungsaktion »Mare Nostrum« im Oktober 2013 rund 91 000 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Wie das Innenministerium in Rom am Donnerstag weiter mitteilte, holte die Marine 499 Leichen aus dem Meer, weitere 1446 Menschen seien in dem Zeitraum als vermisst gemeldet worden.

Insgesamt erwartet Italien in diesem Jahr mindestens 150 000 Flüchtlinge - eine Rekordzahl, wie Roms Bürgermeister Ignazio Marino nach einer Besprechung im Innenministerium sagte. Seit Januar 2014 seien mehr als 130 000 Menschen in Italien angekommen. Nach zwei Schiffsunglücken vor Lampedusa mit mehr als 360 Toten hatte Italien die Mission »Mare Nostrum« Mitte Oktober 2013 gestartet.

Wegen des Bürgerkrieges in Syrien ist in die Zahl der Flüchtlinge in den vergangenen Monaten dramatisch gestiegen. Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (OIM) sind von Januar bis August 2014 mehr als 2000 Menschen, die auf dem Weg nach Europa waren, im Mittelmeer ertrunken. Am 1. November will die EU mit der Operation »Frontex Plus« unter dem Dach der europäischen Grenzschutzagentur Italien bei der Sicherung der Seegrenzen und der Rettung von Bootsflüchtlingen unterstützen.

Organisationen wie Amnesty International und Pro Asyl befürchten jedoch, dass »Frontex Plus« vor allem auf die Bekämpfung irregulärer Migration ausgerichtet ist – nicht auf Seenotrettung. »Die diskutierten Pläne lassen das Schlimmste befürchten: statt mehr Seenotrettung mehr Abschottung. Diese EU-Politik nimmt in Kauf, dass das Mittelmeer zum Massengrab wird«, sagt die Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty in Deutschland. »Europa muss das Sterben an seinen Grenzen beenden«, forderte Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl. nd/mit Agenturen

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