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Bescheißen doch eh alle

Marlene Göring verzichtet lieber auf den schnellen Euro

  • Von Marlene Göring
  • Lesedauer: 2 Min.

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Was Stephan von Dassel, Sozialstadtrat von Mitte, da für Zahlen vorbringt, ist ganz schön dicke: Gegen ein Viertel aller Berliner Pflegedienste ermittelt die Polizei. Weil sie betrügen und für Dienste kassieren, die sie nicht erbracht haben. Das sieht dann besonders komisch aus, wenn der Gepflegte gar nicht da war, sondern zum Beispiel im Urlaub - also gar nicht hätte gepflegt werden können. Indirekt gibt von Dassel sogar zu: Wer in der Branche ehrlich ist, geht im Konkurrenzkampf unter.

Sicher, fast nirgends ist der Druck größer, sind die Beschäftigungsverhältnisse schlechter, als in der Pflege. Aber auch woanders bereichert man sich: Auf 4000 wird allein in Mitte die Zahl der Ferienwohnungen geschätzt. Legal sind bis jetzt nur ein Viertel. Mit dem Zweckentfremdungsverbot wird sichtbar, was jeder weiß, der in den letzten Monaten eine neue Bleibe gesucht hat: Immer mehr Wohnungen gibt es für den betuchten Berlinbesucher, immer weniger für den Berliner. In vielen WGs steht heute ein Zimmer permanent frei. Das wird als Zwischenmiete oder übers Wochenende teuer vermietet. Am WG-Küchentisch wird dann über die böse Gentrifizierung debattiert, die den Kiez versaut - und gleichzeitig stolz verglichen, wer denn besonders viele Extra-Euro abgezogen hat von seinem Airbnb-Gast, seinem Sozius bei Mitfahrgelegenheit oder dem Deppen, der die alte Spüle für teuren Abstand übernommen hat. Ekelhaft ist dieser geile Geiz - nur leider sieht das niemand mehr.

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