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Urteil mit Nachteil

Silvia Ottow über das Hebammenurteil von Dortmund

Mit dem Gerichtsurteil gegen eine Hebamme aus Unna, die wegen Totschlags für sechs Jahre und sieben Monate ins Gefängnis muss, wird wohl ein Trend gestärkt, den es seit Jahren gibt: Freie Hebammen dürften für die Politik noch mehr an Anerkennung verlieren. Ein großer Teil von ihnen befindet sich schon lange in Existenznot. Zahlten Hebammen vor zehn Jahren noch 1352 Euro für eine Haftpflichtversicherung, werden es im nächsten Jahr 5091 Euro sein. Viele Geburtshelferinnen konnten das nicht mehr aufbringen und zogen sich aus dem Beruf zurück. Zum Nachteil jener Frauen, die aus berechtigten und nachvollziehbaren Gründen Betreuung durch eine Hebamme wünschen und plötzlich keine mehr in ihrer Nähe finden. Wahlfreiheit sieht anders aus.

Doch alle Appelle an die Politik, diesen Zustand zu verbessern, liefen bislang ins Leere. Dabei kostete nachhaltige Hilfe für diesen Berufsstand sicher nur einen Bruchteil der Summen, die den Arzneimittelherstellern immer wieder zugebilligt werden, wenn sie ihre Forderungen lancieren. Und die Pharmabranche ist weiß Gott nicht frei von Fehl und Tadel. Für Hebammen aber wurden immer nur Übergangslösungen geschaffen. Das haben sicher auch Kritiker mitzuverantworten, die am liebsten jede Geburt in einer Klinik sehen würden und Geburtshäuser als esoterischen Quatsch ansehen. Und die werden nach dem jüngsten Urteil vermutlich mehr Gehör finden.

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