»Israel versteht nur die Sprache der Gewalt«

Hisbollah-Funktionär Mousawi sieht den bewaffneten Kampf als Weg zur Souveränität Libanons

Ibrahim Mousawi ist Chefredakteur der Hisbollah-Zeitung »Al Ahed« und Leiter des Fernsehsenders »Al Manar«. Er ist der einzige hohe Hisbollah-Funktionär, der nicht untergetaucht ist. Alfred Hackensberger sprach mit Mousawi im Beiruter Stadtteil Hamra.

ND: Die israelische Regierung, aber auch Militärexperten in Libanon glauben, dass es am kommenden Wochenende mit dem Widerstand der Hisbollah-Milizen in Libanon vorbei ist.
Ibrahim Mousawi: Ich kann Ihnen das Gegenteil versichern. Hisbollah wird in politischer wie militärischer Hinsicht noch stärker. Israel hat nicht einmal ein Prozent unserer militärischen Infrastruktur zerstört. Jeden Tag werden mehr Katjuscha-Raketen abgeschossen, nicht weniger.

Sie sind überzeugt, dass die Hisbollah die neue Bodenoffensive der Armee Israels stoppen kann?
Ja, natürlich. Wir vertrauen voll und ganz in unsere militärischen Fähigkeiten. Nach unseren Erkenntnissen wird die israelische Offensive scheitern, wie alle anderen zuvor gescheitert sind.

Die Hisbollah hat die Leitung kommender Waffenstillstandsverhandlungen Premierminister Fuad Siniora übertragen. Klappt die Zusammenarbeit mit der libanesischen Regierung im Krieg besser als in Friedenszeiten?

Ja, wir kommen uns näher und näher. Aber die Hisbollah hat noch nie gegen die Regierung gearbeitet, schließlich stellen wir zwei Minister im Kabinett. Zudem gibt es eine Vereinbarung mit der Regierung, die besagt, die Hisbollah darf gegen Israel weiter kämpfen, bis die Shebaa-Farmen und die libanesischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen befreit sind. Diese Vereinbarung wurde beim Amtsantritt von Ministerpräsident Siniora und seinem Kabinett durch das Parlament ratifiziert. Es gibt also keine grundsätzlichen Differenzen. Höchstens in der Frage, ob internationale oder UNO-Truppen im Grenzgebiet stationiert werden. Die Hisbollah möchte genau wissen, aus welchen Ländern die Truppen stammen und was ihre exakte Mission ist.

Gibt es für Sie zwischen internationalen und UNO-Soldaten einen großen Unterschied?
Sehen Sie, wir möchten vermeiden, dass sich ausländische Mächte in die Angelegenheiten Libanons einmischen. Wenn die USA und Israel entsprechend ihrer Interessen eine UNO-Resolution initiieren, bekommen wir in Libanon innere Probleme. Das wollen wir nicht.

Ist die Hisbollah bereit, ihre Waffen aufzugeben?
Unsere Waffen sind ein Weg zu Unabhängigkeit und Souveränität Libanons. Wenn dieses Ziel auf eine andere Weise erreicht werden kann, dann geben wir gerne unsere Waffen auf. Kein Problem! Aber das sollte später in einem nationalen Dialog diskutiert werden, nicht aufgrund eines Diktats Israels oder der USA. Zuerst muss es Waffenstillstandsverhandlungen geben.

Sie wollen Israel mit dem Schrecken Ihrer Katjuscha-Raketen an den Verhandlungstisch bringen?
Ja, natürlich. Wir wollen mit Israel jedoch nicht direkt verhandeln. Das sollen die libanesische Regierung oder ein anderer Mediator machen.

Glauben Sie wirklich, Israel mit Gewalt zu Verhandlungen zwingen zu können?
Israel versteht nur die Sprache der Gewalt. Die israelische Armee kann die Hisbollah nicht besiegen, das ist einfach unmöglich. Ebenso wenig können wir Israel, die stärkste Militärmacht der Region, besiegen. Es wäre absurd, dies zu behaupten. Aber es gibt auch andere Formen zu siegen, indem man erfolgreich widersteht.

Es gibt bei vielen Libanesen Befürchtungen, die Hisbollah werde ihren Sieg nicht teilen wollen. Manche sehen sogar die Gefahr eines Bürgerkriegs, der zwischen Schiiten und Sunniten ausbrechen könnte.
Nein, nein, das ist unsinnig. Wie Hassan Nasrallah in seiner Fernsehansprache am letzten Wochenende sagte: Der Sieg ist für alle Libanesen, egal zu welcher Religion oder politischen Gruppierung sie auch gehören.

Haben Hisbollah-Chef Nasrallah und der libanesische Premierminister Siniora direkten Kontakt miteinander?
Das weiß ich nicht, aber man kann davon ausgehen, dass sie über Mittelsmänner in Kontakt stehen.ND: Die israelische Regierung, aber auch Militärexperten in Libanon glauben, dass es am kommenden Wochenende mit dem Widerstand der Hisbollah-Milizen in Libanon vorbei ist.
Ibrahim Mousawi: Ich kann Ihnen das Gegenteil versichern. Hisbollah wird in politischer wie militärischer Hinsicht noch stärker. Israel hat nicht einmal ein Prozent unserer militärischen Infrastruktur zerstört. Jeden Tag werden mehr Katjuscha-Raketen abgeschossen, nicht weniger.

Sie sind überzeugt, dass die Hisbollah die neue Bodenoffensive der Armee Israels stoppen kann?
Ja, natürlich. Wir vertrauen voll und ganz in unsere militärischen Fähigkeiten. Nach unseren Erkenntnissen wird die israelische Offensive scheitern, wie alle anderen zuvor gescheitert sind.

Die Hisbollah hat die Leitung kommender Waffenstillstandsverhandlungen Premierminister Fuad Siniora übertragen. Klappt die Zusammenarbeit mit der libanesischen Regierung im Krieg besser als in Friedenszeiten?

Ja, wir kommen uns näher und näher. Aber die Hisbollah hat noch nie gegen die Regierung gearbeitet, schließlich stellen wir zwei Minister im Kabinett. Zudem gibt es eine Vereinbarung mit der Regierung, die besagt, die Hisbollah darf gegen Israel weiter kämpfen, bis die Shebaa-Farmen und die libanesischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen befreit sind. Diese Vereinbarung wurde beim Amtsantritt von Ministerpräsident Siniora und seinem Kabinett durch das Parlament ratifiziert. Es gibt also keine grundsätzlichen Differenzen. Höchstens in der Frage, ob internationale oder UNO-Truppen im Grenzgebiet stationiert werden. Die Hisbollah möchte genau wissen, aus welchen Ländern die Truppen stammen und was ihre exakte Mission ist.

Gibt es für Sie zwischen internationalen und UNO-Soldaten einen großen Unterschied?
Sehen Sie, wir möchten vermeiden, dass sich ausländische Mächte in die Angelegenheiten Libanons einmischen. Wenn die USA und Israel entsprechend ihrer Interessen eine UNO-Resolution initiieren, bekommen wir in Libanon innere Probleme. Das wollen wir nicht.

Ist die Hisbollah bereit, ihre Waffen aufzugeben?
Unsere Waffen sind ein Weg zu Unabhängigkeit und Souveränität Libanons. Wenn dieses Ziel auf eine andere Weise erreicht werden kann, dann geben wir gerne unsere Waffen auf. Kein Problem! Aber das sollte später in einem nationalen Dialog diskutiert werden, nicht aufgrund eines Diktats Israels oder der USA. Zuerst muss es Waffenstillstandsverhandlungen geben.

Sie wollen Israel mit dem Schrecken Ihrer Katjuscha-Raketen an den Verhandlungstisch bringen?
Ja, natürlich. Wir wollen mit Israel jedoch nicht direkt verhandeln. Das sollen die libanesische Regierung oder ein anderer Mediator machen.

Glauben Sie wirklich, Israel mit Gewalt zu Verhandlungen zwingen zu können?
Israel versteht nur die Sprache der Gewalt. Die israelische Armee kann die Hisbollah nicht besiegen, das ist einfach unmöglich. Ebenso wenig können wir Israel, die stärkste Militärmacht der Region, besiegen. Es wäre absurd, dies zu behaupten. Aber es gibt auch andere Formen zu siegen, indem man erfolgreich widersteht.

Es gibt bei vielen Libanesen Befürchtungen, die Hisbollah werde ihren Sieg nicht teilen wollen. Manche sehen sogar die Gefahr eines Bürgerkriegs, der zwischen Schiiten und Sunniten ausbrechen könnte.
Nein, nein, das ist unsinnig. Wie Hassan Nasrallah in seiner Fernsehansprache am letzten Wochenende sagte: Der Sieg ist für alle Libanesen, egal zu welcher Religion oder politischen Gruppierung sie auch gehören.

Haben Hisbollah-Chef Nasrallah und der libanesische Premierminister Siniora direkten Kontakt miteinander?
Das weiß ich nicht, aber man kann davon ausgehen, dass sie über Mittelsmänner in Kontakt stehen.

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