Velten Schäfer 08.10.2014 / Bewegung

Das Denken wird oft überschätzt

Politik als Haltung der »ersten Person«: die alternative Szene der 1970er Jahre und die Erfindung des Lifestyle

Was machte die »Alternativbewegung« der 1970er Jahre aus? Wie prägt sie die Gegenwart? Eine monumentale Studie gibt Antworten - aber nicht zu viele.

Über die 1970er Jahre und ihre Protestbewegungen wurde schon viel geschrieben in den letzten Jahren - die meisten dieser Veröffentlichungen sind Abschwörbücher von einst exponierten und inzwischen arrivierten Protagonisten. Festgestellt wird dann zumeist, dass der Radikalismus von einst selbstsüchtig gewesen sei und im Grunde unpolitisch - eine unreife, unehrliche Reaktion auf den unverdauten Nazismus der Elterngeneration.

Der in Konstanz lehrende Zeithistoriker Sven Reichardt gehört nicht zu dieser Autorengeneration; 1967 in Bremen geboren, kann er die nun von ihm in einer 1000-seitigen Monumentalstudie untersuchte »Alternativkultur« der 1970er und frühen 1980er Jahre allenfalls als Kind miterlebt haben. Und das Augenmerk seiner umfangreichen Studie liegt auch weniger auf dem was - also der nach Wertung verlangenden Frage nach den »Inhalten« dieses Bewegungsmilieus - als vielmehr auf dem wie: Zugespitzt interessiert sich Reic...

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