Optimismus in der Nische

Alle reden über Buchpreis, Bestseller und Branchenriesen. Doch wie geht es eigentlich den kleinen Verlagen?

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Wenige Kinder spielen im Kreuzberger Mehringhof, akustisch kaum wahrnehmbar; wie wässrige, verschwommene Stimmen aus einer unbeschwerten Vergangenheit. Einige Meter entfernt stehen bärtige Männer mit grauen Zöpfen, die sich entspannt plaudernd eine selbst gedrehte Zigarette nach der anderen anzünden. Im Treppenhaus mischt sich der Staub jahrzehntelanger Betriebsamkeit in die Atemluft, Gerüche alter Gemäuer und lange lagernder Bücher steigen einem in die Nase. Alles hier duftet nach der bislang letzten großen Zeit linker Utopien. Damals, vor 40 Jahren, als hier in Berlin die ersten Häuser besetzt wurden und sich radikale Alternativbewegungen gründeten. Als die Lektüre dicker Theoriewälzer angesagt war und man über Kapitalismuskritik à la Thomas Piketty nur müde gelächelt hätte. Als Debatten über Literatur noch politisch waren und sich nicht in einem Streit über die soziale Herkunft ihrer Produzenten erschöpfte. Als es so zuging, wie ...

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