Ein Obolus für »Bad Dresden«

Sachsens Oberverwaltungsgericht entscheidet über Kurtaxe in der Landeshauptstadt

  • Von Hendrik Lasch, Dresden
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Touristen, die in Dresden übernachten, müssen seit 1. Februar eine Kurtaxe berappen. Damit werden Kultureinrichtungen finanziert. Ob die Abgabe rechtmäßig ist, klärt ab heute ein Gericht.

Vor 125 Jahren machte ein Dresden-Besuch gesund. Voraussetzung war, dass die Reisenden im Sanatorium von Heinrich Lahmann abstiegen, das 1888 im Ortsteil Weißer Hirsch eröffnet hatte. Der Heilkundler, der auf gesunde Ernährung und Bewegung in der Natur setzte, triezte die Patienten mit Morgengymnastik im Freien und der Schockwirkung von kaltem Wasser. Offenbar wirkte das Rezept: Johannes Heesters, einer der Kurgäste, wurde immerhin 108 Jahre alt.

Das ist Geschichte. Lahmanns Sanatorium wird zwar derzeit wiederbelebt; es entsteht aber keine Heilanstalt, sondern ein Wohnpark für wohlhabende Rentner. Zur Kur fährt niemand mehr in die sächsische Landeshauptstadt. Der Großteil der zuletzt zehn Millionen Touristen kommt eher wegen des Zwingers und der Semperoper; sie besuchen zudem die Musikfestspiele, die Philharmonie und die Operette. Wenn es an das Begleichen der Hotelrechnung geht, fühlt sich mancher aber wohl wie in Lahmanns Sanatorium: ...


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