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Kampf der Kurden um Kobane

Tote bei Protesten in türkischen Städten / Schwere Gefechte in Nordsyrien

Berlin. So wie sich auf dem Foto eine prokurdische Demonstrantin in der Hauptstadt Ankara der Tränengasattacken der Polizei erwehren muss, bekamen Protestierende auch in anderen Städten der Türkei am Dienstag und Mittwoch zu spüren, dass derlei Aktionen bei der Staatsmacht auf keinerlei Gegenliebe stoßen. Noch brutaler gingen Trupps türkischer Dschihadistenorganisationen - unter offensichtlicher Duldung der Polizei - gegen Demonstranten vor. Bis zum Mittwochnachmittag gab es 19 Todesopfer und unzählige Verletzte. Auch in Deutschland und anderen Ländern Westeuropas waren es Zehntausende Kurden und einheimische Unterstützer, die auf die Straße gingen.

Die Proteste richteten sich gegen die Untätigkeit der türkischen Armee, die zwar an der syrischen Grenze in Sichtweite der von islamistischen Milizen belagerten kurdisch-syrischen Stadt Kobane mit Panzern aufmarschiert ist, von dort aber zusieht, wie der Ring um die Wohnviertel immer enger wird. Am Nachmittag hatten elektronische Medien verbreitet, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) habe sich nach US-amerikanischen Bombardements an den Stadtrand zurückgezogen, doch war dies allenfalls von kurzer Dauer.

Ein dpa-Korrespondent in Suruc, einem türkischen Grenzort, berichtete von heftigen Gefechten in Kobane, die auf der türkischen Seite zu hören seien. Verwundete kurdische Kämpfer würden aus Kobane in türkische Krankenhäuser gebracht. »Die Situation ist schlechter, als die Menschen denken«, sagte ein Kämpfer der Volksschutzeinheiten, der aus Kobane über die Grenze kam. »Viele sind ernsthaft verletzt und noch immer drinnen. IS ist sogar noch näher gekommen.« Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach in Berlin von einer Fortsetzung der »syrischen Tragödie«. roe Tagesthema Seiten 2 und 3

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