Nachtgeflüster auf dem Hochstand

Die Wildschweinpopulation in Bayern wächst rasant - Landwirte und Jäger geben sich gegenseitig die Schuld

  • Von Rudolf Stumberger
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Erst am Montag sorgte eine Wildschweinrotte in Augsburgs Innenstadt für Polizeieinsätze. 2013 wurden in Bayern 66 000 Wildschweine erlegt - mehr denn je. Dennoch hält die Schwarzwildplage an.

Der Wald steht schwarz und stumm. So bis gegen 21.15 Uhr. Dann knallt es dumpf in der Ferne. »Das ist das Feuerwerk vom Volksfest in Eichstätt«, sagt Franz Loderer. Wir sitzen in seinem Hochstand mitten im Gehölz und warten darauf, dass die Wildsauen auftauchen. Unten, in der Baumschneise, sollen Maiskörner die Tiere anlocken. »Man hört, wenn sie durch das Unterholz kommen«, flüstert Loderer mir zu. Ich höre aber nichts. Und sehen kann ich auch nichts, außer Schwärze in verschiedenen Schattierungen. Oben am Himmel steht der Halbmond. Wir warten.

Franz Loderer ist nicht nur einer der rund 45 000 Jäger in Bayern, die sich auf Wildschweinjagd begeben, sondern auch offizieller Schwarzwildberater des Freistaates. Ein Dutzend dieser Tiere hat er in diesem Jahr bereits geschossen, 2013 haben die bayerischen Jäger insgesamt 66 000 Wildschweine erlegt. Mehr als je zuvor. Die Schwarzkittel vermehren sich seit Jahren rasant, sie finden i...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.