Pikettys Fehler

Klaus Müller über Erkenntnislücken, Tautologien und andere Ungereimtheiten bei Thomas Piketty

  • Von Klaus Müller
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Thomas Pikettys »Kapital« hat mit dem von Karl Marx so viel zu tun wie »Winnetou« mit »Wilhelm Tell«. Zwar bestätigt es mit neuen Befunden, was viele lange schon beklagen oder plump zu rechtfertigen versuchen: Die Ungleichheit wächst. Reiche werden reicher, Arme ärmer. Doch theoretisch ist Pikettys »Meisterwerk« schwach. Der Autor weiß nicht einmal, was Kapital ist, kennt nur einige sachliche Formen. Variables Kapital gibt es nicht. Kapital = sich verwertender Wert? Mehrwertgesetz? Fehlanzeigen! Die Quellen der Wert- und Mehrwertschöpfung - unbekannt. Fatal für einen, der die Einkommensentstehung erklären will. Dafür erfindet er Pseudogesetze: Der Anteil des Kapitaleinkommens am Nationaleinkommen (α) entspricht dem Produkt aus Kapitalrendite ( r ) - der Marxschen Profitrate - und Kapitaleinkommensverhältnis (β). Eine simple Formel. Weshalb aber ist »α = r · β« das »erste grundlegende Gesetz« des Kapitalismus? Ebe...


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