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Die Quadratur der Kreise

Andreas Fritsche über die geplante Gebietsreform in Brandenburg

Die märkische Mitregierungspartei LINKE wird sich mit der beabsichtigten Kreisgebietsreform keine Freunde machen. Den Bürgern sind Verwaltungsgrenzen ziemlich egal. Doch bei Kommunalpolitikern und Lokalpatrioten ist mit Verstimmungen zu rechnen. Erst einmal ergebnisoffen diskutieren, das verlangen Oberbürgermeister der kreisfreien Städte und die CDU. Das ist das klassische Argument der Verhinderer, die damit nur Zeit gewinnen wollen. Die LINKE kennt das, hat selbst so geredet, als sie noch Opposition war.

Freilich sparen Gebietsreformen erst langfristig Geld. Kurzfristig kosten sie nicht weniger - oder sogar mehr, weil entweder Außenstellen von Ämtern erhalten bleiben oder viel umgebaut und umgezogen wird. Die Reform dient aber dazu, angesichts schrumpfender Einwohnerzahlen in den Kreisverwaltungen noch genug hoch spezialisierte Fachleute zur Verfügung zu haben und sie auch auszulasten. Deshalb müssen Widerstände gegen die Gebietsreform überwunden werden. Nicht jeder wird sich überzeugen lassen. Die Quadratur des Kreises ist unmöglich. Der Weg zum Ziel wird anstrengend sein. Doch die LINKE sollte nicht wankelmütig werden, weil der Streit um eine Kreisreform einst eine rot-rote Koalition in Mecklenburg-Vorpommern sprengte. Die dort verwirklichten Riesenkreise stehen in Brandenburg nicht zur Debatte. Hier geht es um vernünftige Lösungen für die Zukunft.

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