Kriegsgewölk ringsum

Die Deutsche Oper spielte Benjamin Brittens Kammeroper »Die Schändung der Lucretia« im Haus der Berliner Festspiele

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Dies ist ein eminent kammermusikalisch inspirierter Wurf, szenisch einfühlsam, figürlich-stimmlich plastisch auf die Bühne des Hauses der Berliner Festspiele gebracht, als Ausweichstelle der Deutschen Oper. Der junge Nicholas Carter dirigierte mit Bläsern, Streichern, Tastenspielern, Schlagzeugern des Orchesters der Deutschen Oper eine unerhört ausdrucksreiche, reaktionsschnelle, szenisch ungemein flexible Partitur: Benjamin Brittens »Die Schändung der Lucretia«. Die Einleitung der zweiaktigen Oper ist von so hoher Bedeutung wie der ins Religiöse gewendete Epilog.

Die Arien und Duette des Beginns benennen Verwüstungen. Mit der Thronbesteigung des Etruskers Tarquinius (Duncan Rock), des Vergewaltigers der Lucretia, kündigt sich Finsternis an, so der ariose Bericht zweier Stimmen, welche die Prosa der Oper verkörpern. Der gesungene Text macht bange und stimmt die Instrumente dreckig und niedrig. Auf der Bühne waltet Dämmerung, K...


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