Flüchtlingsrechte und Smartphones

Grit Gernhardt glaubt nicht, dass die Jugend von heute desinteressiert ist

Egoistisch seien sie und lebten nur in ihrer eigenen Welt aus Smartphones, sozialen Netzwerken und Konsum. Ältere Mitbürger und Feuilletonisten verschiedener Couleur stürzen sich oft begierig auf diese simple Einschätzung, wenn es um die sogenannte Jugend von heute geht. Dass die Beschreibung aber bei weitem nicht pauschal zutrifft, weiß jedes Elternteil, dass sich im Anschluss an eine Kindernachrichtensendung schon einmal den bohrenden Fragen des Nachwuchses stellen musste.

Die am Montag an das Familienministerium übergebenen Forderungen von Kindern und Jugendlichen zeigen ebenfalls, worüber sich Heranwachsende im Wohlstandsland Deutschland die meisten Gedanken machen: Die Abschaffung der Hausaufgaben und mehr Freizeitangebote - vor allem für alle bezahlbare - sind zwar wichtige Forderungen, aber dann hört es auch schon auf mit der Nabelschau. Überwachungs- und Urheberrechtsfragen werden ebenso behandelt wie Gewalt, Kinderarbeit und Flüchtlingspolitik. Gerade letzteres Thema beschäftigt die 10- bis 16-Jährigen stark. Die kindliche Logik dahinter: Ein reiches Land wie Deutschland muss viel mehr für diejenigen tun, die hier Rettung vor Hunger und Krieg suchen. Leider werden die vermeintlich klügeren, weil älteren Politiker vermutlich noch lange brauchen, bis sie zu dieser simplen, aber richtigen Erkenntnis gelangen.

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