Mit dem Holzofen auf dem Weg nach Europa

Am Jahrestag der Massendemonstrationen in der Ukraine für eine EU-Assoziierung sieht die Bilanz traurig aus

  • Von Ulrich Heyden, Moskau
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Vor einem Jahr begannen in Kiew die Großdemonstrationen für den Assoziationsvertrag mit der EU. Mit der wirtschaftlichen und sozialen Lage ging es seither bergab.

Die Ukraine ist so gut wie pleite, entlässt 27 000 Beamte der Sozial- und Gefängnisverwaltung und erklärt, den Rentnern in den von Aufständischen kontrollierten Gebieten in der Ostukraine keine Pensionen mehr zu zahlen. Und obwohl sich Kiew auch nicht mehr um die Rentner auf der Krim kümmern muss, ist das Loch in der Staatskasse immer noch riesig.

Doch der IWF fordert weitere Sparmaßnahmen. Kann das gut gehen? Wird es nicht soziale Aufstände geben? Bisher sieht es nicht danach aus. Denn die Regierung lenkt den Unmut der Bevölkerung auf den »äußeren Aggressor«, das Nachbarland Russland, das jetzt die Versorgung der Bevölkerung in der Ostukraine mit Lebensmitteln übernommen hat. Schon der siebte russische Hilfskonvoi hat inzwischen dort Lebensmittel und Baumaterialien abgeliefert.

Dass die soziale Schieflage, in der sich die Ukraine seit Jahren befindet, durch die Regentschaft des Maidan noch verschlimmert würde, hatten si...


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