Also sprach der Workaholic

Im Theaterdiscounter seziert »Let’s call it a Day« die schlaflose Gesellschaft

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Ihre Wochenarbeitszeit lag bei mindestens 87 Stunden. Um sich und ihre kleine Familie über Wasser halten zu können, schuftete die 32-Jährige in gleich drei Filialen einer Schnellrestaurantkette. Als die Amerikanerin sich im vergangenen Sommer zwischen zwei Schichten kurz in ihrem Auto zum Schlaf bettete, drang unbemerkt Gas ins Gefährt und Maria Fernandes entschlief für alle Zeit. Ein bedauernswerter Einzelfall, statistisch bedeutungslos? Keineswegs, vielmehr ist diese Frau ein Symptom der verheerenden Ausmaße, die die Architektur heutiger Arbeitsgesellschaften angenommen hat.

So sehen es die Theatermacher Hila Golan, Niva Dloomy und Ariel Nil Levy, denen die tragische Geschichte als Aufhänger für ihr englischsprachiges Projekt »Let’s call it a day« dient. Im Theaterdiscounter werfen sie binnen einer Stunde rasant zahlreiche Schlaglichter auf die verschiedenen Dimensionen der schlaflosen Gesellschaft. Zum groben Rahmen haben s...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.