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Sorgenvolle Sorben

Gezielte Attacken auf Jugendliche verbreiten Angst in der Lausitz

Berlin. Geldsorgen sind es derzeit nicht, die die Minderheit der Sorben umtreiben. Am Dienstag beschloss der Rat der Stiftung für das sorbische Volk seinen vorläufigen Haushalt für das kommende Jahr. Demnach können 18,1 Millionen Euro ausgegeben werden. Eingeplant seien dabei laut Stiftungsdirektor Marko Suchy insgesamt 17,8 Millionen Euro an Zuschüssen, die der Bund, Sachsen und Brandenburg bereitstellen wollen. Da die beiden Bundesländer bislang keinen Etat für 2015 verabschiedet hätten, müsse die Stiftung vorerst mit einem vorläufigen Plan arbeiten. Mit dem Budget werden etwa 360 Stellen in neun sorbischen Einrichtungen sowie Projekte finanziert, sagte Suchy. Das Geld komme unter anderem dem Sorbischen Institut sowie dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater in Bautzen zugute.

Was den Sorben derzeit allerdings große Sorgen bereitet, ist eine Bedrohungslage, die über das bisherige Maß an Anfeindungen hinaus geht. Antisorbische Schmierereien, wie sie immer wieder auch an Ortsschildern zu finden sind, wo etwa sorbische Ortsbezeichnungen unkenntlich gemacht werden, gab es bereits in der Vergangenheit. Doch dass Jugendliche gezielt von offenbar gut organisierten vermummten Personen angegriffen, beleidigt, bedroht werden, ist neu. Die Polizei nimmt diese Übergriffe scheinbar ernst und versichert, hart gegen die Angreifer vorgehen zu wollen. Und auch von anderer Seite tut sich etwas. So ist im sächsischen Bautzen eine Onlinepetition gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit gegenüber Asylbewerbern und Flüchtlingen sowie der sorbischen Bevölkerung gestartet worden. »Seit Jahrhunderten leben in unserer Region Deutsche und Sorben friedlich miteinander. Dieses Zusammenleben hat unsere Region befruchtet, genau wie es der Austausch mit anderen Menschen und Kulturen tut«, heißt es in dem Aufruf. nd Seite 3

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