Die Grünen sind weiterhin dick im Geschäft

  • Von Roberto J. De Lapuente
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Parteitag der Grünen hat mal wieder bewiesen, dass diese Partei keine klare Linie hat. Sie laviert und ist tendenziell eher für das, was die Wirtschaft von ihr fordert. Überlebt haben sich die Grünen deshalb aber noch lange nicht. Ganz im Gegenteil.

Unlängst sagte mir ein Bekannter, die Grünen hätten abgewirtschaftet. Sie hätten keine Vorstellungen mehr, leisteten keiner Utopie mehr Vorschub und eine klare Linie sei nicht mehr zu erkennen. Heute macht sie auf links, morgen ist sie reaktionär. Mal bejahen sie Waffenlieferungen und dann feiern sie sich wieder als »wehrhafte Pazifisten«. Diese Vorwürfe sind nicht neu. Das wirft man dieser Partei seit fast zwei Jahrzehnten vor. Dass sich die Grünen aber deswegen überlebt hätten, halte ich für ein Gerücht. Sie sind das Erzeugnis einer postdemokratischen Epoche, in der es nicht mehr um die Umsetzung von Zukunftsträumen und Hoffnungen geht, sondern um das Ritual des »So-tun-als-ob«. Und das haben diese Grünen mittlerweile so kultiviert, dass für sie die Zeit nicht abgelaufen ist, sondern eher erst anbricht.

Die politische Kultur der Postdemokratie ist eine Scheinwelt. Es geht um Medienpräsenz und darum, wie man auf die Öffe...


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