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Ab Montag neue Streiks bei der Lufthansa

Tarifverhandlungen im Konzern erneut gescheitert / Vereinigung Cockpit: Management will nicht Lösungen, sondern autokratisches Führungsmodell

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Update 12.20 Uhr: Nach dem neuerlichen Scheitern von Tarifverhandlungen hat die Vereinigung Cockpit die Lufthansa-Piloten zu einem weiteren Streik aufgerufen. Der deutschlandweite Arbeitskampf solle am Montagmittag (12.00 Uhr) auf Flügen der Kurz- und Mittelstrecke beginnen, teilte Cockpit am Sonntag mit. Ab Dienstag (3.00 Uhr) solle er dann bis Mitternacht auch auf Langstrecken und Lufthansa Cargo ausgeweitet werden. Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings seien von dem eineinhalbtägigen Ausstand nicht betroffen.

Die Verhandlungen zwischen der Pilotengewerkschaft Cockpit und der Fluglinie waren in der Nacht zum Samstag erneut gescheitert. Gestritten wird vor allem um die Übergangsversorgung für die rund 5400 Piloten im Konzern. Die Fluggesellschaft will, dass ihre Piloten künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Piloten wehren sich dagegen.

Zuletzt war Lufthansa im Oktober bestreikt worden. In der Tarifauseinandersetzung mussten Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit April knapp 6000 Flüge wegen Arbeitsniederlegungen der Flugkapitäne streichen. dpa/nd

Update 8.00 Uhr: Berlin. Bei der Lufthansa könnte es in der Vorweihnachtszeit einen neuen Arbeitskampf geben. Die Tarifverhandlungen der Vereinigung Cockpit (VC) mit der Lufthansa um die Übergangsversorgung der Piloten sind erneut gescheitert. »Ab sofort muss jederzeit wieder mit Streikmaßnahmen bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings gerechnet werden«, teilte die Piloten-Gewerkschaft am späten Freitagabend mit. Diese hatte ihre Mitglieder in diesem Jahr bereits acht Mal zum Ausstand aufgerufen. Man bedauere »die Auswirkungen auf die Passagiere, die das Lufthansa-Management durch seinen Mangel an Kompromissfähigkeit zu verantworten hat«.

Die Piloten-Gewerkschaft kritisierte, in mehreren Verhandlungsrunden seit dem letzten Streik im Oktober seien keine echten Fortschritte erzielt worden. Leider habe das Management der Lufthansa die Kompromissvorschläge der Piloten nicht aufgegriffen und beharre auf Maximalforderungen, hieß es in der VC-Erklärung weiter. »Es wurde deutlich, dass es dem Management nicht um Lösungen geht, sondern darum, ein autokratisches Führungsmodell wie bei den Airlines der Golf-Staaten durchzusetzen«, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg. »In einem solchen haben Ansprüche wie Mitbestimmung und gemeinsame Gestaltung von Tarifbedingungen mit dem Personal keinen Raum.« Es könne »kein Kompromiss gefunden werden, wenn das Management die Grundsätze einer tariflichen Partnerschaft negiert. Die Äußerungen über eine angebliche Annäherung in den Medien sollen aus unserer Sicht nur die Öffentlichkeit über die wahren Ziele des Managements hinweg täuschen«.

Die Lufthansa betonte, das Management sei weiter gesprächsbereit. »Wir sind davon überzeugt, dass zukunftsfähige Lösungen nur gemeinsam und am Verhandlungstisch gefunden werden können und setzen deshalb weiterhin auf konstruktive Gespräche«, sagte Sprecher Christoph Maier.

Lufthansa und Cockpit streiten vor allem um die Übergangsversorgung für rund 5.400 Piloten im Konzern. Die Fluggesellschaft will, dass ihre Piloten künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Piloten wehren sich dagegen. Strittig sind zusätzlich die Gehälter der Piloten und die künftige Billig-Strategie des neuen Konzernchefs Carsten Spohr, die von den Piloten nicht mitgetragen wird.

In der Tarifauseinandersetzung hatten Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit April knapp 6.000 Flüge wegen Arbeitsniederlegungen der Flugkapitäne streichen müssen. Davon waren nach Angaben der Fluggesellschaft von Ende Oktober etwa 660.000 Passagiere betroffen. Die Kosten bezifferte das Unternehmen auf bislang rund 170 Millionen Euro. dpa/nd

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