Rast am »Rollenden Café«

Warum eine Hellersdorferin mit ihrem Bollerwagen durch den Kiez zieht

  • Von Steffi Bey
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Miteinander ins Gespräch kommen und ein neues Gefühl für Nachbarschaftlichkeit entwickeln: Das wünscht sich Barbara Jungnickel.

Auffallen, sich in den Vordergrund drängeln, war noch nie ihr Ding. Barbara Jungnickel mag eher die leisen Töne und agiert am liebsten im Hintergrund. Doch nun steht sie plötzlich im Mittelpunkt des Geschehens.

Mindestens einmal pro Woche zieht sie einen kleinen Bollerwagen, der mit einer knallroten Plane bedeckt ist, durch ihr Wohngebiet. Es klappert und scheppert. Einige Hellersdorfer winken inzwischen, oder nicken ihr freundlich zu. Aber die meisten sagen erst einmal gar nichts. Warten aber, bis die 51-Jährige vorbei gelaufen ist und drehen sich nach ihr um. »Hast du gesehen, was auf dem Zettel stand«, hört sie manchmal Leute sagen.

Das ist dann genau der richtige Zeitpunkt für die freundliche, schlanke Frau mit den grauen Haaren, um sich vorzustellen: »Haben Sie Lust auf eine Tasse Kaffee«, fragt sie leise, aber bestimmt. Wenn die Angesprochenen verdutzt blicken oder mit der Frage »warum?« antworten, sagt Barbara Jungnickel: »Weil ...


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