Lufthansa-Piloten streiken wieder

Flüge am Montag und Dienstag bundesweit betroffen

Frankfurt am Main. Die Gewerkschaft Cockpit ruft die Lufthansakapitäne für Montag und Dienstag bundesweit zu Arbeitsniederlegungen auf - zunächst auf Kurz- und Mittelstrecken, dann auch auf der Langstrecke. Nicht betroffen ist die Billigtochter Germanwings. Die Lufthansa kündigte einen Sonderflugplan an. Hintergrund des 36-stündigen Streiks ist der festgefahrene Streit mit dem Konzern über die betriebliche Frührente. Cockpit warf dem Lufthansa-Management eine Blockade-Haltung vor. Der Vorstand des Unternehmens habe »autokratisch entschieden«, den Tarifvertrag zur Übergangsversorgung komplett wegfallen zu lassen, wenn sich die Parteien nicht einigen. Damit werde ein radikaler Wandel in der bisherigen Führungskultur eingeläutet.

Die Übergangsversorgung erlaubt es bislang jedem zweiten der 10 000 Piloten des Konzerns, mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand zu gehen. Die Lufthansa will die Altersgrenze anheben, Cockpit lehnt dies ab und machte in den vergangenen Monaten mehrfach mit Streiks Druck. Strittig sind zusätzlich die Gehälter der Piloten und die künftige Billigstrategie des neuen Konzernchefs Carsten Spohr. Beim Billigableger Eurowings und einer geplanten Billigtochter für die Langstrecke gilt der Konzerntarifvertrag nicht.

Ein Lufthansa-Sprecher erklärte am Sonntag, die Streikankündigung »entbehrt einmal mehr jeglicher Verhältnismäßigkeit«. Das Angebot für den neuen Vergütungstarifvertrag habe das Unternehmen zuletzt verbessert, auch bei der Übergangsversorgung habe es Annäherungen gegeben. Uneins sei man sich noch über die Forderung, dass die bisherige Regelung für alle künftigen Pilotengenerationen gelten soll.

Arbeitsniederlegungen über die Weihnachtstage schließt Cockpit aus. AFP/nd

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