Werbung

20.000 Menschen in Dresden für und gegen Weltoffenheit

Tausende bei Aktion gegen Rassismus und Islamophobie auf der Straße / Rechtspartei AfD hat Verständnis für »Pegida«-Aufmärsche / Linkspartei: Sackgasse der Vorurteile

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Update 21:15 Uhr: In Dresden kehrt langsam wiede Ruhe ein, aber was für eine Demo: Bis zu 11.000 Menschen (nach Angaben der Veranstalter) sind heute gegen den rechten #Pegida-Aufmarsch auf die Straße gegangen. Nach unterschiedlichen Angaben standen ihnen zwischen 6.000 und 8.000 Pegida-Demonstranten entgegen, die gegen eine - ihrer Meinung nach - zu lasche Asylpolitik und die vermeintliche Islamisierung Deutschlands protestierten. Die Polizei war mit 1.200 Beamten vor Ort. Festnahmen scheint es keine gegeben zu haben.

Update 20:20 Uhr: In Düsseldorf sind nach Angaben der Polizei lediglich 400 statt der erwarteten 2000 Pegida-Demonstranten auf die Straße gegangen. Zu Gegendemonstrationen kamen nach Polizeiangaben fast dreimal so viele Teilnehmer: etwa 1100. Ein Redner der Rechten forderte die Demonstranten auf, nicht mit Journalisten zu sprechen, und distanzierte sich von »Ausländer raus«-Positionen. »Deutsche Presse auf die Fresse« skandierten die zum Teil der Neonazi-Szene angehörenden Demonstranten. Die Gegendemonstrationen wurden von einem breiten bürgerlichen Bündnis von Parteien, Gewerkschaften und Initiativen unterstützt. Die Polizei hatte 1300 Beamte und Wasserwerfer aufgeboten, um die Gruppen zu trennen und die Bannmeile um den Landtag zu schützen. Es war der größte Polizeieinsatz des Jahres in der Landeshauptstadt.

Update 19:20 Uhr: Nach Polizei-Angaben stehen in Dresden rund 8000 Pegida-Demonstranten 7000 Gegendemonstranten entgegen. Letztere versammeln sich zurzeit zur zentralen Kundgebung. Die Organisatoren hatten auf 2000 Teilnehmer gehofft, sprechen mittlerweile aber schon von rund 9.000.

Update 18.50 Uhr: Nach Angaben des Bündnisses »Dresden naizfrei« sind inzwischen bis zu 9.000 Menschen bei den Gegenaktionen zum rechten Pegida-Aufmarsch. Auch in Düsseldorf und Berlin-Marzahn haben sich Menschen versammelt, um gegen rechte Aufmärsche zu protestieren. In Düsseldorf sollen rund 400 Menschen an einer rechten »Düdiga«-Aktion teilnehmen, dort zählte die Polizei etwa 1.000 Gegendemonstranten.

Update 18 Uhr: Ein erster vom Bündnis »Dresden Nazifrei« und der Antifa organisierter Demonstrationszug setzte sich am Nachmittag von der Neustadt aus mit mehreren Hundert Teilnehmern in Bewegung. Fünf weitere Züge folgten. Die Polizei sprach bereits zu Beginn der Veranstaltung von mehr als 3.000 Demonstranten.

Update 17.55 Uhr: Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat vor einem Anwachsen der so genannten Pegida-Aufmärsche gewarnt. »Die bedrückenden Bilder aus Dresden, die zeigen, wie eine wöchentlich anwachsende Zahl Menschen sich vom Schüren fremdenfeindlicher Ressentiments vereinnahmen lässt, werfen einmal mehr die Frage auf, wie es um die Verfasstheit unserer Gesellschaft tatsächlich bestellt ist. Wer persönliche Zukunftsängste ausnutzen lässt, um den daraus resultierenden Protest gegen die Schwächsten zu richten, hat sich ganz offensichtlich vom Modell einer Gesellschaft als Solidargemeinschaft abgewendet. Es gilt zu deutlich zu machen, dass diese Denkweise keine akzeptierte Mehrheitsmeinung ist. Sie könnte es sonst sehr schnell werden.« Kipping ist zur Stunde ebenfalls unter den Teilnehmern des Sternmarsches für ein weltoffenes Dresden.

Update 17.50 Uhr: »Angst ist ein schlechter Ratgeber - deshalb führt Pegida in eine Sackgasse der Vorurteile«, meinte der Partei- und Fraktionsvorsitzende der Linken in Sachsen, Rico Gebhardt, der sich an dem Sternmarsch beteiligte. Zum Fundament des Abendlandes gehörten auch Solidarität beziehungsweise Nächstenliebe. »Gut, dass Pegida im Wortsinn zum Stehen gekommen ist.« »Wir unterstützen den Sternlauf «Dresden für alle». Er ist das weltoffene Gesicht Dresdens«, betonte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Henning Homann, der gemeinsam mit anderen SPD-Abgeordneten und den Ministerinnen Petra Köpping (Gleichstellung und Integration) und Eva-Maria Stange (Wissenschaft und Kunst) beim Sternlauf mitging. Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke unterstrich: »In erster Linie haben wir in Sachsen kein «Flüchtlingsproblem», sondern die Geflüchtete haben das weitaus größere Problem vor Krieg, Verfolgung oder Perspektivlosigkeit flüchten zu müssen.« Schon am Wochenende hatten auch Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und sein Stellvertreter Martin Dulig (SPD) zur Teilnahme an dem Sternlauf aufgerufen.

Update 17.40 Uhr: Informationen von vor Ort deuten darauf hin, dass weit mehr als die erwarteten 2.000 Menschen gegen den rechten Pegida-Marsch protestieren. Allein am Fritz-Foerster-Platz, einem der Auftaktorte, sollen bis zu 2.000 Menschen gezählt worden sein.

Sternlauf für ein weltoffenes Dresden

Dresden. Mit einem Sternlauf gegen Intoleranz und für eine weltoffene Stadt sind am Montag Dresdner den wöchentlichen sogenannten Pegida-Demonstrationen entgegengetreten. Der erste von sechs Protestzügen formierte sich am Nachmittag in der Neustadt. Am Abend sollte vor dem Rathaus eine zentrale Kundgebung stattfinden. Dazu aufgerufen hat ein breites Bündnis von Kirchen, Glaubensgemeinschaften, Parteien, Vereinen und Verbänden. Erwartet wurden mindestens 2.000 Teilnehmer.

Die Abkürzung Pegida steht für »Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands«. Unter diesem Namen wird seit Wochen in Dresden unter anderem für eine Verschärfung des Asylrechts demonstriert. Unterstützung erhalten die »Pegida« von der Rechtspartei Alternative für Deutschland (AfD).

Die AfD-Spitze zeigte Verständnis für die Proteste der »Pegida«-Demonstranten und erklärte: »Die jahrzehntelange Gängelei durch Medien und Altparteien hat dazu geführt, dass sich der Wunsch, gegen die Bevormundung im öffentlichen Raum aufzubegehren, in sonderbaren Formen äußert.« An den »Pegida«-Veranstaltungen hatten zuletzt zahlreiche AfD-Anhänger teilgenommen, jedoch keine führenden Funktionäre der Partei, die inzwischen in drei Landtagen vertreten ist. Zu den Slogans der »Pegida« gehört unter anderem der Satz »Keine Glaubenskriege auf deutschem Boden«. nd/mit Agenturen

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen