Reise mit Folgen

Reinhard Querengässer: Was ihn nicht losließ

  • Von Peter Kirschey
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Alle mochten ihn irgendwie. Er hatte so eine wunderbar natürliche, entwaffnende Art. Das kam bei Frauen an. Mit ihm ins Bett zu steigen, war so etwas wie ein Ritterschlag, besser Burgfräuleinhieb. Dafür beneideten ihn nicht wenige in der Redaktion der »Jungen Welt«. Auch darum, dass er in einem Anfall von Wut über die Parteiführung herziehen konnte, laut Sachen sagte, die andere nicht einmal zu denken wagten.

Nichts, schien es, war ihm heilig, nichts nahm man ihm übel. Manchmal flogen ihm die Herzen zu, manchmal war er auch ein Ekel. Reinhard Querengässer schrieb zu DDR-Zeiten für die Jugendzeitung Reportagen aus der Wirtschaft. Sie waren mit viel Herzblut zu Papier gebracht und hoben sich sichtlich ab vom Planerfüllungs-Jubelalltag. Querengässer konnte das.

Eines Tages war er weg. So richtig wusste niemand, warum er aufgegeben hatte. Irgendetwas musste geschehen sein. Gerüchte gab...


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