Die Verkaufslager leeren sich rapide

Russlands Mittelschicht sieht sich wegen der Rubel-Entwertung sowie steigender Preise und Zinsen akut von Armut bedroht

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Viele Russen haben ihre Rubelkonten längst leer geräumt und das Geld in Devisen umgetauscht. Oder sie kaufen damit Sachwerte, bevor deren Preise weiter steigen.

Sehr tief bückt Raissa Petrowna sich, obwohl die Knie schmerzen. Ganz unten im Regal liegen die billigsten Graupen. Zwei Tüten fliegen in den Einkaufswagen. Dann noch ein Paket Makkaroni, Öl, Zucker, Tee, Kartoffeln, Milch. Seufzend geht die alte Dame zur Kasse. Ihr Wocheneinkauf fällt noch bescheidener aus als sonst, denn sie bezieht nur die Mindestrente: 5500 Rubel monatlich. Sehr wenig in Moskau, das zu den teuersten Städten weltweit gehört. 125 Euro waren dies, bevor Russlands Währung auf Talfahrt ging. Heute sind es nur noch 65 Euro. Den Währungsverfall bekommen auch jene zu spüren, die nur kaufen, was auf den Fluren von Mutter Heimat wächst. Denn die Zuschlagsstoffe für die Verarbeitung müssen zum Großteil aus Euroland importiert werden.

Die Stimmung an der Moskwa ist daher so grau wie das Wetter. Denn nicht nur Rentner müssen den Gürtel enger schnallen. Akut von Armut bedroht sieht sich auch der Mittelstand. »Wir haben ...


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