Mystik aus der Tüte

111 bunte Bonbons und das Geburtsjahr Jesu

Wir kommen gerade in die alljährlich-christliche Zeit der Mysterien und der bunten Tüten. Unser vorweihnachtliches Denkspiel beginnt deshalb mit einer ganz profanen Tüte Bonbons. Aber sie birgt Überraschendes, gar Geheimnisvolles. Das beginnt bereits mit der Zahl der bunten Süßigkeiten in ihr: 111.

Die etwas Zahlentheoriekundigen unter Ihnen wissen ebenso wie die ein wenig in die Zahlenmystik eingeweihten, dass es mit der Zahl 111 etwas Besonderes hat. Sie selbst ist zwar keine Primzahl (weil - nämlich durch 3 - teilbar), allerdings bildet die 11 zusammen mit der 13 innerhalb der natürlichen Zahlen einen der wenigen Primzahlenzwillinge. Nur 205 davon gibt es z. B. bis zur Zahl 10 000. Einen exakten mathematischen Beweis, ob diese Zwillingsreihe endlich oder unendlich ist, haben die Zahlentheoretiker übrigens noch nicht erbracht. Eine gewisse Rolle bei ihren langjährigen Bemühungen kommt der Zahl zu, die stets zwischen einem Primzahlenzwilling liegt (bei 11, 13 ist es 12); sie wird Zentralzahl genannt ...

...womit wir bei einer der wichtigstens mystischen Seiten der Zahl 111 wären. Der 111. Primzahlenzwilling lautet 4229, 4231, und dessen Zentralzahl ist die 4230. Justament die nun ist von Bibelforschern aus der Chronologie im Alten und Neuen Testament schon vor langer Zeit als das Geburtsjahr Jesu errechnet worden (so man das Jahr 0 beginnend mit Adam annimmt).

Natürlich gibt es auch rein esoterische Deutungen der Zahl 111. Etwa als Anfangszahl von allem in der Weltgeschichte. Weil nämlich 111 gleich dreimal die Zifferform von aleph ist, dem ersten hebräischen Buchstaben. Außerdem ist als spirituelles numerologisches Omen weit verbreitet, dass 111 für »Wachstum, Erfahrung und Weisheit« steht.

Nun aber zurück zu eher irdischen Phänomenen, in diesem Fall zu besagter Bonbontüte. Sie enthält also genau 111 Stück. Und zwar in den Farben rot, grün, blau, gelb. Nimmt man (ohne hinzugucken!) 100 heraus, hat man von jeder Farbe mindestens einen erwischt. Wie viele Bonbons aber muss man mindestens ziehen, damit man garantiert von drei Farben mindestens einen heraus gezogen hat?

Ihre Lösungen schicken Sie uns bitte per Post (Kennwort »Denkspiel«) oder als Mail an spielplatz@nd-online.de. Einsendeschluss ist Mittwoch, der 24. Dezember. Absender nicht vergessen, denn wir losen stets einen Buchpreis aus!

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Am 20./21. Dezember fragten wir nach der Bonbonzahl, die man aus einer Tüte mit 111 vier verschiedenfarbigen Bonbons ziehen muss, um garantiert drei verschiedenfarbige zu bekommen. Die Zusatzinformation lautete, dass man, so man 100 Bonbons herausnimmt, von allen vier Farben mindestens eine hat.

Albert Armbruster aus Plauen ging diesen Lösungsweg:

Wenn unter 100 Bonbons alle Farben vertreten sind, müssen es von jeder Farbe wenigstens 12 Bonbons sein, denn es könnten »schlimmstenfalls« 11 von einer Farbe übriggeblieben sein. Lassen wir also die mindestens 12 einer Farbe und nur 11 einer zweiten liegen, ergibt sich mit 111 - 23 = 88 die gesuchte Zahl von zu ziehenden Bonbons in garantiert drei Farben.

Ähnlich war es bei den meisten richtigen Einsendungen zu lesen. Aus ihnen wurde diesmal Herr Armbruster als Gewinner gezogen. Er erhält den Roman »Jesusalem« von Mia Couto aus dem Verlag Afrikawunderhorn.

Herzlichen Glückwunsch!

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