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Airbus liefert seinen Traum aus

A 350 an Qatar Airways übergeben - Boeing-Dreamliner-Konkurrenz fliegt voraus

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Mit nur drei Wochen Verspätung übergab Airbus den ersten A 350-Jet an Qatar Airways. Das Passagierflugzeug ist das Prestigeprodukt des westeuropäischen Flugzeugbauers, der Erfolg nötig hat.

Länge: 73,78 Meter; Höhe: 17,08 Meter; Spannweite: 64,75 Meter; Tankvolumen: 156 000 Liter; Reichweite: 14 800 Kilometer; Sitzplätze: 369 in typischer Dreiklassenbestuhlung; Listenpreis: 340,7 Millionen Dollar - der A 350 ist die neueste Maschine aus den Airbus-Werken und die Antwort auf den 787 »Dreamliner« (erste Auslieferung im September 2011) sowie die bereits seit einigen Jahren eingeführte 777 von Boeing, dem wichtigsten Airbus-Konkurrenten aus den USA.

Die jüngste Airbus-Kreation hat Entwicklungskosten über zehn Milliarden Euro verschlungen und soll nun zum »Bringer« werden. Der A 350 ist zu großen Teilen aus leichten Kohlefaser-Verbundwerkstoffen statt Aluminium gebaut und hat Triebwerke der neuesten Generation unter den Flächen. Das Flugzeug fliegt so vergleichsweise treibstoffsparend und ist zudem leicht zu warten. Die gestern von Airbus bedachte Airline stattet die Flugzeuge nur mit 283 Sitzen und zwei Klassen aus: 36 in der Business Class, in der Economy Class werden bis zu 247 Passagiere Platz nehmen. Das erste Linienflugziel soll dem Vernehmen nach Frankfurt am Main sein.

Qatar Airways hat 43 dieser A 350-900 und 37 der etwas gestreckteren A 350-1000 bestellt. Nach Qatar Airways werden Vietnam Airlines und Finnair - als erste europäische Fluggesellschaft - den A 350 erhalten. Finnair erweiterte ihren Auftrag kürzlich auf 19 Flugzeuge und wird 2015 zunächst vier Maschinen erhalten. Bis 2023 soll die 350er Teilflotte komplett sein

Ursprünglich wollte auch die Fluggesellschaft Emirates auf den A 350 setzen, doch urplötzlich stornierte man im Sommer dieses Jahres eine Bestellung von 70 Maschinen. Dabei stand einer der »Vögel« mit der Lackierung der Emirates bereits zur Besichtigung bei der ILA 2014 in Berlin-Schönefeld und sollte neue Interessenten anlocken.

Die Gründe für die Absage wurden offiziell nicht bekannt gegeben. In der Branche wurde gemunkelt, die Airline bezweifelt einfach die Angaben des Herstellers zum Spritverbrauch. Gegenwärtig wäre das eigentlich nicht das Thema, die Spritpreise sind mindestens im zweiten Kelleruntergeschoss. Für Airbus war die Absage ein herber Schlag. Es ging immerhin um einen Auftragswert von rund zwölf Milliarden Euro. Übel stieß den Airbus-Managern zusätzlich auf, dass Emirates Maschinen des Konkurrenzmodells Boeing 777 bestellten.

Trotz der gestrigen Auslieferung des A 350 herrscht bei Boeing in Seattle eitel Sonnenschein, Denn dem multinationale Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern Airbus geht es zur Zeit nicht allzu gut. Er ist weiter unter Druck. Steigende Gewinne soll es erst später als erwartet geben, die Übergabe des neuen Langstreckenfliegers A 350 verzögert sich und die Zukunft des Großraumfliegers A380 ist auch offen. Insgesamt also eher schlechte Nachrichten für die Investoren.

Jüngst hat der erfolgsgewöhnte Konzernchef Thomas (Tom) Enders beim Investorentag in London verkündet, dass die Erträge im kommenden Jahr nicht wie erwartet steigen werden. Das liegt vor allem an der neuen Version des A 330, der erst 2017 kommen wird. Deshalb muss Airbus 2016 die Fertigung des alten Modells drosseln. Auch das größte Passagierflugzeug der Welt, der A 380, macht Sorgen. Seit 2007 sind erst 318 Aufträge eingegangen. Das ist nur ein Viertel dessen, was Airbus erwartet hat.

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