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Von nackten Stars und Frikadellen

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Winterpause, fußballlose Zeit - was liegt da näher, als sich zu Weihnachten ein Sportbuch zu wünschen. »nd« stellt einige tannebaumtaugliche Werke vor.

Laszives Langhaar. Wer den Fußball in den 1970er Jahren miterlebt hat, dem treibt dieses Buch Freudentränen in die Augen. Das liegt vor allem an der Ästhetik der Bilder. Sie vermitteln das Lebensgefühl dieser Epoche. Die 70er waren eine Zeit, in der auch Schwarze zu Stars werden konnten - Pelé wurde spätestens dank des WM-Titels von Brasilien zur Legende. Auch die Hosen waren enger, die Sitten lockerer. Zu sehen sind Fotos von rauchenden Nationalspielern, lasziven Langhaarigen und nackte Weltstars unter der Dusche: Pelé und Beckenbauer bei Cosmos New York. Heute unvorstellbar! Aber, mal ehrlich: Philipp Lahm nackt in der Dusche? Will man das sehen?

Reuel Golden (Hg.): The Beautiful Game, Fußball in den 1970ern, TASCHEN Verlag, Köln 2014, 39,99 €.

Trinken im Pott. Der Autor begibt sich auf eine Reise durch das Fußballland Ruhrgebiet. Dort könne man »die Welt im Fußball« so gut wiederfinden wie an keinem anderen Ort in Deutschland, argumentiert der 1960 geborene Christoph Biermann, Fan von Westfalia Herne und des VfL Bochum. Biermann will der Frage nachspüren, wie Fußball zur »Religion« wurde. Auf seiner »Heimreise« lässt er die Zeit vor der Kommerzialisierung des Fußballs noch einmal aufleben. Zentrale Erkenntnis: »Im Ruhrgebiet hat man sich immer besonders schwer getan mit den Veränderungen im Fußball.« In den 1950er Jahren saßen Spieler und Anhänger nach dem Abpfiff noch auf ein Bier im Vereinslokal »Haus Thiemeyer« am Schalker Markt. 20 Jahre später soffen nur noch Journalisten mit Kickern in der Kneipe. Fazit: Wenn wir vom Fußball träumen, träumen wir von längst vergangenen Zeiten.

Christoph Biermann: Wenn wir vom Fußball träumen. Eine Heimreise, Kiepenheuer&Witsch, Köln 2014, 18,99 €.

Geile Meile. Der FC St. Pauli »für Kids ab 10 Jahren«. Vereins-Chronist René Martens erzählt jungen Fans die Geschichte des Klubs von der Waterkant. Sie erfahren, dass St. Pauli »ein Klub der Fans« ist und schon verstorbene Originale wie »St.-Pauli-Willi« oder »Tattoo-Theo« neben einstigen Spielern »Stani« und »Truller« verewigt sind; dass sechs Dauerkartenbesitzer in den USA leben und Martin Driller nicht nur für ein Tor gut war, sondern auch für einen lockeren Spruch: »Fußball ist wie eine Frikadelle. Man weiß nie, was drin ist.« Also ein ebenso locker-leichter wie substanzieller Streifzug durch St. Pauli frei von jeder Anbiederung an die Jugendsprache. Echt geiles Buch, Alter!

René Martens: Das große St.-Pauli-Buch, Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2014, 16,90 €.

Kanzlerteam. Ja, der Fußball ist bis ins Feuilleton gerollt. Und die Bundeskanzlerin ist nicht nur in der Umkleide der Nationalelf Stammgast - sie nennt sich selbst »Teamchefin«. Fußball ist nicht mehr proll, sondern klassenübergreifend angesagt. Warum das so ist, dem spürt der Sammelband »Was Fußball macht« nach. Die Antwort: Fußball ist »fast alles« - nicht nur ein soziales, kulturelles, ökonomisches, sondern auch ein politisches Phänomen.

Susanne Catrein, Christof Hamann (Hg.): Was Fußball macht. Zur Kultur unseres Lieblingsspiels, Steidl Verlag, Göttingen 2014, 18 €.

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