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Ressourcenreichtum geht an Armen vorbei

In Mosambik landen die Einnahmen aus Gas-, Öl- und Bergbauförderung vor allem bei den großen Konzernen

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Länder mit großen Vorkommen an Rohstoffen schneiden in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung oft schlecht ab. Mosambik ist keine Ausnahme von dieser ungeschriebenen Regel: Das ressourcenreiche Land weckt Begehrlichkeiten.

Das ressourcenreiche Mosambik weckt Begehrlichkeiten: Anfang Dezember haben sich Regierungsvertreter und Unternehmen in Maputo zu einem Gas- und Ölgipfel getroffen. Sie wollten die Rolle Mosambiks auf dem internationalen Gasmarkt diskutieren und ein neues Gesetz formulieren, das den Abbau der Gasressourcen in Zukunft regeln soll.

Um zu verstehen, was das mit der Arbeit der Kleinbauernorganisation Kulima zu tun hat, die INKOTA im Rahmen der diesjährigen Solidaritätsaktion unterstützt, muss man sich die Situation in Mosambik etwas genauer vor Augen führen. Der ostafrikanische Staat gilt als wichtiger potenzieller Erdgasproduzent, nachdem vor der Küste Cabo Delgados im Norden des Landes eines der größten Offshore-Erdgasfelder Afrikas entdeckt wurde. Die Konzerne Anadarko Petroleum aus den USA und ENI aus Italien arbeiten seither an der Erschließung der Gasfunde. Anadarko Petroleum hat inzwischen für 2,64 Milliarden US-Dollar einen Anteil an einem Gasfeld an Oil India Limited und eine Tochter der indischen Oil and Natural Gas Corporation verkauft.

Auch der Bergbau steht im Fokus von internationalen Investoren: Neben Kohle haben die Explorationsunternehmen auch den Abbau von Eisenerz, Mineralsand und Graphit ins Visier genommen. All diese Vorhaben sind in erster Linie kapitalintensiv, aber nicht personalintensiv, und nur wenige Mosambikaner profitieren davon: Die milliardenschweren Förderanlagen können von wenigen Spezialisten gebaut, bedient und gewartet werden. Und selbst diese Spezialisten gibt es kaum in Mosambik, einem Land, in dem während des Destabilisierungskriegs von 1976 bis 1992 fast alle Schulen geschlossen waren. Nur etwas mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung kann überhaupt lesen und schreiben, die wenigen gut bezahlten Jobs gehen oft an Ausländer.

Die Steuereinnahmen aus den Großprojekten halten sich für Mosambik in Grenzen: Viele multinationale Konzerne profitieren von großzügigen Steuererleichterungen. Die neuen Regelungen im Gassektor sind da keine Ausnahme: Zahlreiche steuerliche, arbeitsrechtliche und währungstechnische Erleichterungen für die Konzerne werden erwartet. Die Konzerne rechtfertigen die Sonderregelungen oft mit den großen Investitionen in die Infrastruktur, die einen Beitrag zur Entwicklung leisten sollen. Aber werden diese Versprechen erfüllt?

Die mosambikanische Nichtregierungsorganisation Centro de Integridade Publica (CIP), hat dies anhand des irischen Kenmare-Konzerns untersucht, der im Distrikt Moma in der Provinz Nampula Schwersande abbaut. Auch Kenmare profitiert von Steuervergünstigungen, hat aber im Gegenzug Investitionen in die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der lokalen Bevölkerung versprochen. Das CIP hat dies näher untersucht und kommt zu dem Schluss, dass die Vorteile und Gewinne für die Bevölkerung nur minimal sind.

Was all das mit der Arbeit von Kulima zu tun hat? Die Kleinbauernorganisation stärkt die Menschen gegenüber den Interessen der Agrarkonzerne. Um zu verhindern, dass die Kleinbauernfamilien um ihr Hab und Gut fürchten müssen, ermöglicht ihnen Kulima Verbesserungen der eigenen landwirtschaftlichen Produktion - und macht sie so zu Landwirten, die nicht mehr ohne Weiteres von ihrem Land verdrängt werden können.

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